Endlich wieder Schule - Mit Video

Die Masken nerven – und Corona erst recht

Viertklässler der Canisiusschule genießen die letzten gemeinsamen Tage vor dem Schulwechsel. Was sie vermissen und was sie bewegt, erzählen sie ganz offen.
Die Canisiusschule liegt in Hüls-Süd an der Max-Reger-Straße. © Julia Dziatzko

Hinter ihnen liegen vier gemeinsame Jahre – das letzte haben sie wegen der Corona-Pandemie aber mehr getrennt als zusammen verbracht: Die 20 Schülerinnen und Schüler der Klasse 4d der Canisiusschule sind in der zweiten Woche des Präsenzunterrichts genau wie ihre Klassenlehrerin Heike Braunmandl-Beck „überglücklich“, dass sie sich noch einmal jeden Tag sehen.

„Wenn ich ehrlich bin – damit habe ich nicht gerechnet. Ich dachte wirklich, wir bleiben im Wechselunterricht. Den Kindern merkt man die Freude an, und ich freue mich auch richtig“, sagt Heike Braunmandl-Beck.

Kinder haben auf vieles verzichten müssen

Dem Besuch der Marler Zeitung hätten die Viertklässler richtig entgegengefiebert – viel passiert sei ja in den letzten Monaten nicht. Im Gegenteil, die Kinder mussten nicht nur zuhause lernen und den Unterrichtsstoff mit ihren Eltern oder alleine bearbeiten, sondern auch sonst auf vieles verzichten. Die Abschlussfahrt findet nicht statt, viele geplante Aktionen gab es nicht. „Deshalb machen wir uns die letzten vier Wochen schön. Die Kinder haben sich zum Beispiel einen Lesetag gewünscht. Den machen wir jedes Jahr. Mit Decken, Tee und Büchern – das haben sie vermisst.“ Das Zwischenmenschliche sei auf der Strecke geblieben, das soziale Miteinander. „Man merkt richtig, dass die Kinder nicht so eng zusammen gewachsen sind, wie es Viertklässler vor dem Abschluss normalerweise sind“, bedauert die Klassenlehrerin.

Was die Viertklässler selbst bewegt, was das Corona-Jahr für sie an Veränderungen gebracht hat, was ihnen zu Corona durch den Kopf geht (alle: „Corona ist doof!“) haben sie uns ganz offen erzählt. Hier kommen sie zu Wort:

Laura reitet nicht mehr und würde gerne ihr Lieblingspony wiedersehen. © Julia Grunschel © Julia Grunschel

Laura (10, geht nach den Ferien zum Gymnasium im Loekamp/GiL): „Als wir zuhause lernen mussten, musste meine Mama mir und meiner Schwester gleichzeitig helfen. Das war blöd. Wegen Corona reite ich nicht mehr bei der PSG Herten. Mein Lieblingspony Spike habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Ich gehe auch noch nicht wieder hin. Das ist noch zu gefährlich. Bisher ist nur mein Papa geimpft und Oma und Opa einmal. Früher habe ich auch in der Blubberband gesungen – aber das geht auch nicht mehr.“

„Ich hatte Corona. Bei mir war das ganz schlimm.“

Hamza (10, wechselt zur Martin-Luther-King-Schule/MLKS): „Vor Corona bin ich gerne zum Boxen gegangen. Jetzt will mein Papa mich abmelden. Ich habe auch keine Lust mehr, irgendwie habe ich die Lust verloren.“

Baris (10, geht zur MLKS): „Meine Mama kommt aus Polen, sie kann mir nicht bei allem helfen. Früher hatte ich daher Nachhilfe in Deutsch und Mathe. Das ist ausgefallen. Als ich zuhause lernen musste, hat es aber doch ganz gut geklappt.“

Asya (10, geht zur MLKS): „Ich bin sehr traurig darüber, dass ich überall nur noch mit Maske und Test hinkomme. Ich möchte wieder so zur Schule, zum Eisessen oder ins Freibad gehen. Ich hatte selbst Corona, hatte aber keine Schmerzen. Das ist nur durch einen Test in der OGS aufgefallen.“

Massi hatte selbst Corona und fand das richtig schlimm. © Julia Grunschel © Julia Grunschel

Massi (10, wechselt zur Willy-Brandt-Gesamtschule): „Ich hatte Corona. Bei mir war das ganz schlimm. Ich lag richtig im Bett und hatte Kopfschmerzen. Davor war ich schon zweimal in Quarantäne. Sechs Wochen war ich nur zuhause und durfte nicht raus. Das war sehr schwer für mich.“

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