Landgericht Essen

Fingierter Banküberfall? Ex-Filialleiter vor Gericht

Vor viereinhalb Jahren wurde in Haltern eine Volksbank-Filiale überfallen. Jetzt beginnt der Prozess. Mitangeklagt ist der Ex-Filialleiter aus Marl – er bestreitet.
Ein 28-Jähriger musste sich vor dem Essener Landgericht verantworten. © Werner von Braunschweig

Das wird ein schwerer Gang: Am kommenden Dienstag beginnt in Essen der Prozess um einen angeblich fingierten Banküberfall auf eine Volksbank-Filiale in Haltern. Mitangeklagt ist der damalige Filialleiter aus Marl. Wie es heißt, hat er die Vorwürfe bislang immer vehement bestritten. Doch es gibt einen Informanten.

Es war der 10. Februar 2017, als ein Mann die Volksbank-Filiale betrat und mit über 240.000 Euro wieder verließ. Ein Überfall, so wurde der Polizei sofort gemeldet. Doch dann kamen Zweifel auf. Wie es heißt, hatte sich ein Mann telefonisch bei den Ermittlungsbehörden gemeldet und von einem fingierten Überfall gesprochen. Der Filialleiter, so dessen angebliche Information, soll eingeweiht gewesen sein.

Wichtigster Zeuge bleibt anonym

Die Anklage lautet deshalb auch nicht auf Raub, sondern auf Untreue und Beihilfe zur Untreue. Insgesamt sind fünf Personen angeklagt, darunter auch der Mann, der alles geplant haben soll und derjenige, der die Bank damals angeblich betreten hat.

Das Problem im Prozess: Dem Anrufer und Informant ist vom NRW-Innenministerium absolute Anonymität zugesichert worden. Er wird im Prozess deshalb auch nicht als Zeuge auftreten. Alle Versuche der Verteidigung, ihn zu enttarnen, sind gescheitert.

Insgesamt hat das Essener Landgericht fünf Verhandlungstage bis zum 6. Oktober vorgesehen.

Der Abend in Marl

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