Restaurierung drängt

Heimatverein sammelt Spenden für die Orgel der Erlöserkirche

Die denkmalgeschützte Erlöserkirche erstrahlt nach dem Umbau in neuem Glanz. Aber der Heimatverein sammelt weiter Spenden: Die Orgel muss aus mehreren Gründen restauriert werden.
Sie rufen zu Spenden für die Restaurierung der Orgel in der Erlöserkirche auf (von links): die Organisten Christian Parsiegel und Markus Lienstromberg sowie Heribert Bösing, Schatzmeister des Heimatvereins. © Heinz-Peter Mohr

Zu jedem großen Konzertsaal gehört eine schöne Orgel. Die Kemper-Orgel in der denkmalgeschützten Erlöserkirche ist allerdings in die Jahre gekommen. Auch dieses Musikinstrument ist als Denkmal geschützt. Doch einzelne Töne klingen scharf oder kratzig – unter anderem, weil Staub in die Pfeifen gerieselt ist.

Der Heimatverein sammelt bereits Spenden für die Restaurierung. Er schätzt die Gesamtkosten auf 35.000 bis maximal 50.000 Euro.

Feine Ohren werden erkennen, dass an der Orgel etwas getan werden muss. Das Register soll umgebaut werden. Es ist vorwiegend für barocke Musik von Bach, Händel und anderen Komponisten geeignet. Damit auch Werke der Klassik und Romantik angemessen interpretiert werden können, müssen neue Klangfarben her, zum Beispiel eine Trompete. So soll die Orgel mehr Wärme bekommen.

Außerdem ist eine Grundreinigung angesagt. Etwa alle 15 Jahre ist das notwendig, damit Orgeln nicht verstauben. Und die Tastatur muss überholt werden, denn es erfordert Kraft, in die Tasten zu greifen. Bei Werken mit komplizierten, schnellen Lauffiguren „könnte der Organist nach zehn Minuten eine Sehnenscheidenentzündung bekommen“, fürchtet Christian Parsiegel.

Ein Stück Heimat

Er hat in der Erlöserkirche viele Gastkonzerte gegeben, Gottesdienste und Trauungen begleitet: „Mit diesem Instrument bin ich seit 30 Jahren verwachsen“, sagt er. Für ihn ist die Erlöserkirche ein Stück Heimat und er freut sich riesig, dass sie als Kulturzentrum genutzt wird. Nachdem die Kirche 200 neue Konzertstühle bekommen hat, restaurierte bunte Glasfenster und Scheinwerfer in mehreren Farben, ist ihr Saal ein Schmuckstück. Und die ideale Stätte für stimmungsvolle Weihnachtskonzerte.

Etliche Marler haben für die Erneuerung der Kirche gespendet. Rund 43.000 Euro wurden investiert. „Viele Menschen, die hier Taufen und Hochzeiten erlebt haben, sind mit Herzblut dabei“, erzählt Heribert Bösing, Schatzmeister des Heimatvereins.

Nun sammelt er für die Restaurierung der Orgel. Bereits beim ersten Konzert der neuen Reihe Orgel + werden die Gäste um Spenden gebeten. Hier spielen Organisten mit wechselnden Gastsolisten und begleiten andere Instrumente. Den Beginn machen am 14. November Markus Lienstromberg, Organist in St. Georg, und Peter Son Götz, der als junger Marler Geiger großes Talent zeigt. Sie werden die Konzertreihe Orgel + mit Werken von Bach, Beethoven, Rachmaninow und anderen eröffnen.

Spender erwerben symbolisch eine Orgelpfeife. Spendenkonten: Volksbank Marl-Recklinghausen, IBAN DE 16 4266 1008 0502 0545 02 und Sparkasse Vest, DE 74 4265 0150 0060 1705 37.

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