Politik in Marl

Im Stadtrat geht es ums Bürgerbegehren Jahnstadion/Jahnwald

In der Sitzung am Donnerstag, 16. September, 16 Uhr, steht die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens Jahnstadion/Jahnwald auf der Tagesordnung. Was würde ein Weiterbestand des Stadions kosten?
Das ehemalige Jahnstadion des TSV Marl-Hüls ist ein "lost place", die Anlage verkommt und soll einer Wohnbebauung weichen. Eine Bürgerinitiative möchte Jahnwald und Stadion erhalten. © Olaf Krimpmann

In der Aula der Albert-Schweitzer/Geschwister-Scholl-Gymnasiums, Max-Planck-Straße 23, geht es darum, ob das Bürgerbegehren gegen die Zustimmung des Marler Rates zur 15. Änderung des Regionalplanes am 26. Januar 2021 allen Vorgaben entspricht, um zugelassen zu werden.

Zustimmung zum Flächentausch in der Kritik

Darum geht es es in der Ratsentscheidung aus dem Januar: Seinerzeit wurde einem Flächentausch zugestimmt, der im Kern den Weg für eine Bebauung des Jahnstadiongeländes freimacht und im Gegenzug eine Ausgleichsfläche am Stübbenfeld ausweist. Die Verbandsversammlung des Regionalverbandes Ruhrgebiet (RVR) hatte zuvor die besagte 15. Änderung des Regionalplans beschlossen.

Daraufhin hat am 3. März die Bürgerinitiative zum Erhalt des Jahnstadions/Jahnwaldes in Hüls der Stadt Marl avisiert, dass sie beabsichtigt, ein Bürgerbegehren gegen den Ratsbeschluss durchzuführen.

Dabei ist die Aufgabe des Jahnstadions mit seinen Flächen zentraler Bestandteil von Plänen für eine Wohnbebauung. Seit 2011 werden Pläne geschmiedet. 2017 stellte die rudimo AG (heute Fakt AG) ihre konkreten Pläne vor. Unter dem neuen Namen Hülser Waldpark will die Fakt AG auf dem 38.000 Quadratmeter großen Gelände des Jahnstadions 196 Wohneinheiten bauen.

Nun gehört zu den formalen Kernpunkten eines Bürgerbegehrens, dass in einen Bürgerentscheid zur Aufhebung eines Ratsbeschlusses münden kann, eine fundierte Kostenaufstellung: Menschen, die ihre Unterschrift unter ein Bürgerbegehren setzen, sollen vorab einschätzen können, was sie damit gegebenenfalls gerade auch an finanziellen Folgen auslösen.

Kostenschätzung für drei Varianten

Die Stadt Marl hat den Initiatoren des Bürgerbegehrens eine Kostenschätzung für einen Erhalt an die Hand geben, das Begehren ist seit dem 23. August eingereicht.

Die Verwaltung hat drei Varianten zum Jahnstadion durchgespielt:

Variante 1: Teilabriss mit Entfernen von Überdachung, Sprecherkabinen und Stehrangplätzen. Ausnahme ist die Westseite, die verkehrssicher gemacht werden müsste. Saniert werden müsste ebenfalls das Umkleidegebäude. Waldschule und Schulhof sind demnach nicht zu erhalten, der Rückbau würde 220.000 Euro kosten.

Gesamtkostenschätzung: 1.100.000 Euro (Folgekosten 33.000 Euro).

Variante 2: Komplettsanierung mit Anpassung des Stadions an aktuelle Regel- und Sicherheitsnormen. Waldschule und Schulhof sind nicht zu erhalten, der Rückbau – 220.000 Euro – ist abermals in der Aufstellung enthalten

Gesamtkostenschätzung: 1.565.000 Euro (Folgekosten 46.950 Euro).

Variante 3: Sogenannte „Nullvariante“ – danach bliebt alles, wie es ist. Die Flächen werden lediglich verkehrssicher gemacht

Kostenschätzung: 195.000 Euro (Folgekosten 5.850 Euro)

Der Abend in Marl

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