Großteil der Kranken ist ungeimpft

Immer mehr junge Covid-Patienten in Marler Kliniken

Die katholischen Kliniken Ruhrgebiet-Nord, zu denen das Marien-Hospital gehört, haben den 1000. Covid-Patienten aufgenommen. Aktuell ist die Corona-Lage in den Marler Kliniken entspannt.
Während der bundesweiten Aktionswoche wird an vielen mobilen Stationen geimpft. © Matthias Balk/dpa

Diese runde Zahl ist kein Grund zum Feiern: Seit Beginn der Pandemie behandelt der KKRN-Klinikverbund seinen 1.000 stationären Corona-Patienten mit positivem Befund. Zu den vier Kliniken des Verbundes gehören auch das Marien-Hospital in Marl und das Gertrudis-Hospital in Westerholt. Der medizinische Geschäftsführer Dr. Andreas Weigand berichtet, dass aktuell der größte Teil der Covid-Patienten nicht geimpft ist. Diese Beobachtung teilt auch das Ärzteteam der Paracelsus-Klinik.

In den letzten vier Wochen häufte sich im Marien-Hospital die Zahl junger Patienten zwischen 30 und 50 Jahren. Der jüngste Patient ist aktuell 29. Auch die Paracelsus-Klinik stellt fest, dass die Patientinnen und Patienten aktuell im Durchschnitt jünger sind. Ihr Alter lag in den letzten Wochen zwischen 20 und 70 Jahren. Ein großer Teil der an Covid19 erkrankten Patienten, die in den letzten Wochen in beiden Krankenhäusern behandelt wurden, sei ungeimpft gewesen.

Lage auf den Intensivstationen entspannt

Über 95 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Klinikum Vest sind nach Angaben der Leitung vollständig geimpft. Im katholischen Klinikverbund sind es 90 Prozent aller Beschäftigten, davon im medizinischen Bereich nahezu alle. Die Zahl der positiv getesteten Mitarbeiter gehe gegen Null.

Bisher ist die Lage auf den Intensivstationen entspannt. Im Marien-Hospital wurden seit Beginn der Pandemie 262 Patientinnen und Patienten behandelt, zurzeit ist es ein Patient. Die Paracelsus-Klinik hat seit Beginn der Pandemie bisher 544 Patientinnen und Patienten stationär behandelt. Aktuell werden dort sechs Covid-Patienten behandelt, von ihnen muss ebenfalls niemand auf der Intensivstation versorgt werden.

Kampagne fürs Impfen

Beide Krankenhäuser haben ihre Besuchsregelungen wieder gelockert. Beratungsangebote und Kurse finden wieder statt. Doch zu einem normalen Alltag könne man nur zurückkehren, wenn sich noch mehr Menschen in der Bevölkerung impfen lassen, appelliert Andreas Weigand. In der bundesweiten Aktionswoche Impfen rüttele das Marien-Hospital deshalb auf seinen Seiten in den sozialen Medien wach und werbe fürs Impfen, ergänzt Sprecherin Birgit Böhme-Lueg.

Seit Beginn der Kampagne im Dezember letzten Jahres sind 380.320 Personen im Kreis Recklinghausen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Doch auch sie können im seltenen Fall an Covid-19 erkranken. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Die Impfung schützt lediglich vor einem schweren Verlauf. In Marl gab es bisher 57 sogenannte Impfdurchbrüche, teilt Lena Heimers, Sprecherin der Kreisverwaltung, auf Nachfrage unserer Redaktion mit.

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