Landgericht Essen

Kokain in Limo-Flaschen: Fast vier Jahre Haft

Ein Mann aus Marl holt bei der Post ein Paket aus Kolumbien ab. Kurz darauf war es mit seiner Freiheit vorbei.
Endstation Landgericht Essen: Hier ist der 27-Jährige aus Marl-Hüls verurteilt worden. © Jörn Hartwich

Auf den ersten Blick sah die Bestellung eigentlich ganz harmlos aus. Eine Kiste mit zwölf Plastikflaschen, gefüllt mit einer dunkelroten Flüssigkeit. Doch genau diese Lieferung kostete einem Mann aus Marl-Hüls jetzt die Freiheit. Der 27-Jährige ist am Essener Landgericht zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Möglicherweise war es der Absender, der den Zoll aufhorchen ließ. Das Paket kam aus Bogota, Kolumbien. Und tatsächlich: Die Fahnder hatten den richtigen Riecher. In der dunkelroten Flüssigkeit waren knapp zwei Kilo Kokain aufgelöst, das man mit Hilfe eines komplizierten Verfahrens wieder hätte herausfiltern können.

Der selbst drogenabhängige Angeklagte hatte das Paket damals an unbekannte Hintermänner weitergegeben. Sein „Bestell- und Lieferlohn: stolze 10.000 Euro. Was zu diesem Zeitpunkt allerdings noch niemand wusste: Der Zoll hatte die Flüssigkeit heimlich ausgetauscht.

Was folgte, waren Festnahme und Haft. In der Wohnung der Mutter, in der sich der 27-Jährige aufhielt, waren auch noch Marihuana und Waffen gefunden worden. „Sein Leben hat sich damals nur noch um Drogen gedreht“, sagte Verteidiger Andreas Perner. Der Angeklagte selbst war voller Reue: „Die Haft ist das Brutalste, was ich je erlebt habe.“ Den Großteil der Strafe muss der 27-Jährige in einer geschlossenen Therapieeinrichtung verbringen.

Der Abend in Marl

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