Kinderkleider und Hilfe in vielen Lebenslagen

„Leila“ ist seit zehn Jahren kleinen und großen Menschen zugewandt

Kleider machen Leute - an der Trogemannstraße 9 kann man Kinder tatsächlich von Kopf bis Fuß ausstatten. Doch die Ehrenamtler von „Leben im Laden“ haben noch viel mehr im Angebot.
Seit 10 Jahren gibt es „Leben im Laden“. Geöffnet: Montags und mittwochs von 15 bis 18 Uhr, dienstags, donnerstags und freitags 9.30 bis 13 Uhr. © Thomas Fiekens

Es ist der wohlige Geruch, der beim Besuch des kleinen Geschäfts in Hüls als erstes auffällt. Dann beeindrucken die Farben, die Wärme der liebevollen Warenpräsentation, Kinderstimmen… Und erst die Leute von „LeiLa“ – an der Trogemannstraße 9 betreibt man seit zehn Jahren das Wertschätzen von Mitmenschen.

„Leben im Laden“ ist als Projekt erste Wahl

Hinter „LeiLa“ steht die Initiative „Leben im Laden“ der Pfarrgemeinde St. Franziskus. Im Kinderkleiderbereich setzt „LeiLa“ auf „Second Hand“, in Sachen Nachhaltigkeit ist es erste Wahl. Winzige Schuhen, kleine Hosen und Jacken aus zweiter Hand zum Mini-Preis sind eine Sache, die Funktion von „Leila“ als Stadtteil-Treff und Beratungszentrum eine zweite.

„Leila“ ist zum Selbstläufer geworden – das gelingt nur mit einem funktionierenden Team (v. l.): Hildegard Neumann, Angelika Mittmann, Doris Zimmermann, Susanne Metzner, Rita Engelkamp, Walburga Fajerski. © Thomas Fiekens © Thomas Fiekens

Ein Dutzend Frauen stemmt ehrenamtlich den Betrieb – ob in Zweiterteams im Laden oder hinter den Kulissen beim Sichten, Aufbereiten und Reinigen von Kleiderspenden. Aus dem Team treffen sich am Donnerstag sechs Frauen zum zehnten Geburtstag an der Trogemannstraße. Mit Maske und Corona-Abstand sprechen sie über das „Leben im Laden“. „Wir kennen einige Kunden seit Ewigkeiten“, berichtet Angelika Mittmann.

„Manche schütten ihr Herz aus“

Natürlich kommen Menschen wegen der Möglichkeit, tipptopp aufbereitete Kleidung, Spielzeug oder Kinderwagen kaufen zu können. Einige wollen klönen, andere geben Kleiderspenden ab. „Manche schütten ihr Herz aus, wenn es Probleme gibt“, erzählt Mittmann.

Auch das ist „Leila“: Dienstags wird von 11.30 bis 13 Uhr eine Sozialberatung angeboten, um in schwierigen Lebenslagen Kontakte und Ansprechpartner zu vermitteln. Das läuft nach der Corona-Pause gerade wieder an. Es steht ein Extra-Raum zur Verfügung – schmucklos aber diskret.

Auch Spiele und Spielzeug für Kinder sind im Angebot – Puzzles und Playmobil-Schlösser werden aufwändig aufbereitet. © Thomas Fiekens © Thomas Fiekens

Das ist gut, denn im Laden geht es munter zu – während die Frauen berichten, geben sich Mütter mit Kindern die Klinke in die Hand. Den „LeiLa“-Anstoß hat vor zehn Jahren Pfarrer Mike Netzler gegeben. „Ursprünglich wurde auch an eine Rechtsberatung und feste medizinische Betreuung gedacht. Das hat sich aber nicht durchgesetzt“, erklärt Rita Engelkamp. „Nach einem Aufruf in der Marler Zeitung haben sich viele Ehrenamtler gefunden. Nicht nur aus der Gemeinde. Die Konfession der Menschen, die zu uns kommen, ist egal. Für uns sind alle gleich.“

Auch wenn Babystrampler für 50 Cent und Sweatshirts für 2 Euro über den Tisch gehen – der kleine Laden wirft nach Abzug von Kosten und der zuvorkommend bezahlbar gehaltenen Miete auch dank Spenden noch ein Plus ab. Im Gemeindebrief steht, dass Projekte in Rumänien und Indien mit je 5000 Euro unterstützt werden konnten. Und gleich um die Ecke das immer für Hilfe dankbare Bürgerbad Loemühle mit 10.000 Euro. Wer „LeiLa“ unterstützen möchte: IBAN DE 73 4266 1008 0101 6688 07

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