Versorgung im Krankenhaus

Marler Marien-Hospital setzt auf Flughafenkonzept für kurze Wartezeiten

Aus den USA stammt ein Konzept, wie Patientinnen und Patienten auf eine geplante Operation vorbereitet und direkt danach versorgt werden sollen. Am Marien-Hospital in Marl wird es umgesetzt.
Patienten werden in der Marler Holding Area auf den Eingriff vorbereitet, danach überwacht und erhalten nach dem Aufwachen je nach Wunsch Kaffee, Tee, Wasser und frisch belegte Brötchen.
Patienten werden in der Marler Holding Area auf den Eingriff vorbereitet, danach überwacht und erhalten nach dem Aufwachen je nach Wunsch Kaffee, Tee, Wasser und frisch belegte Brötchen. © G. Schmidt

Man kennt die Holding Area von Schildern über dem Wartebereich am Flughafen. Seit einem Jahr ist eine Holding Area auch am Marler Marien-Hospital in Betrieb. Der Begriff und das Konzept stammen aus den USA. Mittlerweile machen sich bereits einige Krankenhäuser in Deutschland das von der Flughafenkoordination abgeleitete Konzept zu eigen.

Die Holding Area, ein kombinierter Halte- und Aufwachraum, dient im Marler Krankenhaus der Vorbereitung von Patienten auf Operationen sowie zur Überwachung bei der Narkose-Ausleitung.

Wartezeit lässt sich verkürzen

Kommt ein ambulanter oder stationärer Patient zum geplanten OP-Termin in die Holding Area, wird er dort begrüßt, offene Fragen werden geklärt, seine Unterlagen werden geprüft und er wird präoperativ vorbereitet. Nach Angaben der Klinik lässt sich damit die Wartezeit verkürzen. Der Ablauf vor und nach der OP werde für Patienten und Personal angenehmer sowie effizienter. In der Holding Area werden präoperative Zugänge für Infusionen gelegt. „Wir fragen OP-Checklisten ab. Die Patienten können sich umziehen, werden gegebenenfalls rasiert und bekommen eine Prämedikation wie Schlaf- oder Beruhigungstabletten“, erklärt Stefan Martin Henning, Fachgesundheits- und Krankenpfleger für Anästhesie und Intensivpflege sowie Leiter der Anästhesiepflege und Holding Area am Marien-Hospital Marl, das mit dem Elisabeth-Hospital in Dorsten, dem Sixtus-Hospital in Haltern und St. Gertudis in Westerholt zum katholischen Klinikverbund KKRN zählt.

Sie dient als Einschlaf-, aber auch als Aufwachraum: die „Holding Area
Das Team rund um Leiter der Holding Area: Stefan Martin Henning (links) am Marler Marien-Hospital kümmert sich vor und nach der OP um die Patienten. © G. Schmidt

Überwachung nach der Op – und auf Wunsch belegte Brötchen

Nach der Operation werden Patientinnen und Patienten in der Holding Area überwacht. Außerdem bekommen sie hier auf Wunsch Kaffee, Tee, Wasser und frisch belegte Brötchen. Für Eltern und deren Kinder stehen separate Räume zur Verfügung, in denen sie sich vor und nach der OP aufhalten können. Ambulanten Patienten werden unter anderem Schmerzmittel für die ersten Tage und bei Bedarf Verbandsmaterialien inklusive einer Anleitung mitgegeben.

Patienten zufriedener, Personal entlastet

Der Unterschied zum herkömmlichen Ablauf ist enorm: In zahlreichen Krankenhäusern erfolgt die Vorbereitung für den nächsten Eingriff zwischen zwei Operationen im Saal selbst. Das bringt Verzögerungen für Patienten und enormen Zeitdruck für Mitarbeiter mit sich. „Durch die neue Holding Area funktionieren unsere Abläufe reibungsloser, die Patienten sind zufriedener und das Personal ist entlastet“, so Chefarzt Privatdozent Dr. Klaus-Peter Riesener (MHBA), Ärztlicher Direktor des Marler Marien-Hospitals. Auch Pflegedirektor Ulrich Jansen ist von der neuen Holding Area überzeugt: „Im ersten Jahr konnten wir 2844 Patienten auf ihren operativen Eingriff vorbereiten und haben durchweg positive Resonanz erfahren.“

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