Marler radeln für den Klimaschutz

Redakteur
Freuen sich auf das Stadtradeln 2021: (v. li.) Udo Lutz (Fahrradbeauftragter der Stadt), Matthias Strehlke (Klimaschutzmanager), Bernd Papenfuß und Philipp Erwig (ADFC) und Andrea Baudek (Baudezernentin). © Patrick Köllner
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Steigende Temperaturen und verheerende Waldbrände rund um den Globus, trockene Böden und Flutkatastrophen: Am Klimawandel zweifeln mittlerweile wohl nur noch Ölbarone. Hauptursache dafür ist der menschgemachte Ausstoß des Treibhausgases CO2. Ein einfaches Mittel, dem entgegenzuwirken, ist der Verzicht auf Verbrennungsmotoren. Mit dem Stadtradeln gibt es seit 2008 eine Aktion, die den Teilnehmern den Wechsel auf ihr Fahrrad schmackhaft machen möchte.

Fünfte Teilnahme in Marl

Die Stadt Marl beteiligt sich in diesem Jahr bereits zum fünften Mal am Stadtradeln. Vom 29. August bis zum 18. September lassen die Radler so oft wie möglich ihr Auto stehen, um sich stattdessen per Muskelkraft fortzubewegen. Ziele können natürlich der nächste Park oder die Eisdiele um die Ecke sein. Im Idealfall aber tauschen die Menschen ihr Auto auch für den Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen gegen das Zweirad.

258 Teilnehmer, Tendenz steigend

Im letzten Jahr legten die Marler Teilnehmer stolze 107.065 Kilometer zurück. „Das wollen wir in diesem Jahr übertreffen“, sagt Baudezernentin Andrea Baudek. Am Gelingen dieses Plans hat sie keinen Zweifel. Falls das nicht klappt, sollen Bäume gepflanzt werden. Wo und wann, steht aber noch nicht fest. Bester Fahrer im letzten Jahr war Bernd Papenfuß. Der „Profi“ vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) legte damals 2121 Kilometer zurück.

Jeder kann mitmachen

Stadtradeln zielt aber nicht nur auf erfahrene und trainierte Fahrradfahrer. Zielgruppen sind ebenso Firmen und Vereine, Familien und Kommunalpolitiker. Wichtig: Die Personen sollten in Marl wohnen oder zumindest hier arbeiten, wenn sie aus Nachbarstädten kommen. „In Marl haben sich bisher 258 Personen angemeldet“, verrät der städtische Klimaschutzmanager Matthias Strehlke. An den Start gehen 41 Teams sowie 20 von 45 Ratsmitgliedern, so Strehlke. Neu in diesem Jahr ist, dass die Kommunen des Kreises Recklinghausen geschlossen teilnehmen. Ihre gefahrenen Kilometer können die Teilnehmer per Handy oder am Computer eingeben. „Man kann die Fahrten tracken lassen oder nachträglich online eintragen“, erklärt Philipp Erwig vom ADFC.

Start in Dorsten

Die Auftaktveranstaltung findet am Sonntag, 29. August, von 10 bis 16 Uhr auf dem Marktplatz in Dorsten statt. Um gleich die ersten Kilometer zu sammeln, lädt der ADFC zu einer Fahrt vom Creiler Platz nach Dorsten ein. Los geht‘s am Sonntag um 11.30 Uhr. Dafür ist eine Anmeldung bis zum 28. August auf www.marl.adfc.de nötig. Nichtmitglieder zahlen 2 Euro.

Die fleißigsten Radler bekommen übrigens attraktive Sachpreise. „Wir haben ja viele Sponsoren, die uns unterstützen“, sagt Matthias Strehlke. Was es zu gewinnen gibt, steht zwar noch nicht fest, aber die Preise sollen auf jeden Fall mit Fahrradfahren zu tun haben.

Radeln liegt voll im Trend

Dass Fahrradfahren immer beliebter wird, bestätigen nicht nur Händler, sondern auch Bernd Papenfuß vom ADFC. „Besonders E-Bikes werden immer öfter gekauft“, so der Experte. Wir wollen wissen, worauf es dabei ankommt. „Man sollte nicht beim Discounter zuschlagen, sondern zum Fachhändler gehen“, so Papenfuß. Wichtig sei eine gute Beratung, die es im Supermarkt so nicht gibt. Außerdem sollte man unbedingt eine Probefahrt und vielleicht einen Lehrgang machen, wenn man noch ungeübt mit E-Bikes ist. Denn: „Starke Motoren können für ordentlichen Schub sorgen. Das kann unerfahrene Fahrer überraschen“, sagt Bernd Papenfuß.

Einig sind sich die Veranstalter auch, dass schnelle E-Bikes gute Radwege benötigen. Dass der Marler Radentscheid hier Besserung fordert, ist deshalb nur verständlich. Marls Fahrradbeauftragter Udo Lutz bittet um Geduld: „Die Planung läuft auf Hochtouren.“ Weitere Infos und Anmeldungen unter https://www.stadtradeln.de/kreis-recklinghausen