Verzögerter Brückenbau - mit Video

Marls ewige Baustelle: Jetzt rollen die Bagger

Eine kleine Brücke im Norden der Stadt sorgt seit dreieinhalb Jahren für Umleitungen und Verkehrsbehinderungen. Jetzt gehen die Bauarbeiten voran.
Seit dieser Woche rollen die Bagger: An der kleinen Brücke über den Sickingmühlenbach geht es voran. © Meike Holz

Update, 6. August, 17.30 Uhr: Auf die Ankündigung der Kreisverwaltung vom Mittwoch ließ die zuständige Baufirma Zabel jetzt Taten folgen. Ab sofort rollen die Bagger über die kleine Brücke an der Nordstraße. Aktuell bereiten die Arbeiter vor Ort das Fundament für die anstehende Asphaltierung vor. Die soll – gutes Wetter vorausgesetzt – in der Woche ab dem 23. August erfolgen. Wie Kreissprecherin Svenja Küchmeister mitteilt, sei es für die Baufirma coronabedingt äußerst schwierig gewesen, im Vorfeld notwendiges Baumaterial zu besorgen.
Update, 4. August, 17.08 Uhr:
Wie Kreissprecherin Svenja Küchmeister am Mittwochnachmittag mitteilte, werden die Arbeiten an der Brücke über den Sickingmühlenbach bereits in dieser Woche fortgesetzt. Zunächst würde die zuständige Baufirma Zabel einen Spezialbeton für hohe Belastungen einbringen. Der Beton müsse anschließend aushärten. Parallel finden vorbereitende Arbeiten für die Asphaltierung der Fahrbahn statt.

Die abschließende Deckschicht soll in der Woche ab Montag, 23. August, aufgetragen werden. Wenn das Wetter mitspielt, könnte die Nordstraße Anfang September wieder für den Verkehr freigegeben werden – und zwar in beiden Fahrtrichtungen, ohne Ampelschaltung. Auch ein Weg für Fußgänger- und Radfahrer sei vorgesehen, so die Kreissprecherin.

Unsere bisherige Berichterstattung: Sie ist kaum zwanzig Meter lang, sorgt aber seit dreieinhalb Jahren für Verdruss unter Autofahrern. Die Rede ist von einer kleinen Brücke über den Sickingmühlenbach. Sie befindet sich auf der Nordstraße, einem Teilstück zwischen Carl-Duisberg- und Marler Straße. Im Februar 2018 wurde die Überführung für Passanten deutlich sichtbar zum Sanierungsfall. Damals wurde eine Ampelanlage installiert, die den Verkehr fortan einspurig über die marode Brücke führte. Die Sanierung begann in diesem Frühjahr, doch weil bei den Arbeiten belastetes Material entdeckt wurde, kam es Anfang Mai zur Vollsperrung. Aktuell ruht die Baustelle.

Land bewilligt Geld für Neubau

Weil der Abschnitt zur Kreisstraße K 22 gehört, fällt dessen Instandhaltung in den Zuständigkeitsbereich des Kreises. Auf Nachfrage teilt Pressesprecherin Svenja Küchmeister mit, dass es in diesem Jahr Geld für den Ausbau von der Nordstraße bis zur Hammer Straße gibt. Darin eingeschlossen ist auch der Neubau der Brücke. Das eine Million Euro teure Projekt sei komplett zuwendungsfähig – hier gibt das Land NRW 700.000 Euro, sagt die Sprecherin.

Seit Mai ruhen die Arbeiten an der kleinen Brücke über den Sickingmühlenbach. © Patrick Köllner © Patrick Köllner

Ampelschaltung als Vorsichtsmaßnahme

Dass die Brücke in den letzten Jahren nur einspurig befahrbar war, lag übrigens daran, dass sie „teilertüchtigt“ wurde. Mit anderen Worten: Statt des notwendigen Neubaus wurde die Brücke provisorisch geflickt. Und weil man dieser Konstruktion nicht zutraute, in beiden Fahrtrichtungen gleichzeitig beispielsweise zwei dicke Brummis zu tragen, richtete man die einspurige Ampelschaltung ein. So konnte verhindert werden, dass Schwerlasttransporte auf den Umwegen Bachackerweg und Auf dem Acker durch die Waldsiedlung rollen.

„Wir haben so weder die Schachtverfüllung auf AV 3/7 noch die Entwicklung des Industriegebiets gate.ruhr eingeschränkt“, sagt Svenja Küchmeister. Eine Komplettsanierung der Brücke wäre mit Umleitungen verbunden gewesen. „Wir haben die Brücke permanent beobachtet, damit niemand gefährdet wird“, ergänzt Svenja Küchmeister. „Sie wurde als Zuweg aufrechterhalten, bis die großen Arbeiten abgeschlossen sind.“ Derzeit sind Umleitungen ausgeschildert, Schwerlastverkehr wird über die Autobahnen 43 und 52 geführt.

Kreisverkehr geplant

In dem Bereich ist außerdem geplant, die Einmündung der Nordstraße in die Carl-Duisberg-Straße zu einem Kreisverkehr umzubauen und die Flurstraße direkt an die Carl-Duisberg-Straße anzubinden. Wann die Arbeiten weitergehen – dreieinhalb Jahre nach Einrichtung der Ampelschaltung – ist noch offen. Zum Vergleich: Die 2,7 Kilometer lange Golden Gate Bridge in San Francisco war nach vier Jahren Bauzeit fertig (1933-1937).

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