Mit Baumdach, Terrasse und Fontänen: Marls Mitte wird attraktiver

Die Jurymitglieder stehen vor dem Gebäude der insel-Volkshochschule .
Diese Jury aus Landschaftsarchitekten, Baudezernentin und Vertretern der Kommunalpolitik hat jetzt den Siegerentwurf für die Gestaltung der Freiflächen und Parks in der Stadtmitte ermittelt. © Stadt Marl
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Die Rathaustürme werden saniert, die ehemalige Hauptschule an der Kampstraße in den Museumsstandort Marschall 66 verwandelt und das Grimme Quartier auf der Fläche des ehemaligen Hallenbads entwickelt – zentrale Bausteine zur Aufwertung der Stadtmitte werden angepackt bzw. sind auf dem Weg. Die Stadtmitte soll attraktiver werden.

Unbedingt dazu gehört die Modernisierung und Neugestaltung der zentralen Grün- und Freiräume – vom Creiler Platz über den Friedenspark bis zu den Grünflachen entlang des Eduard-Weitsch-Wegs und den Freianlagen von Marschall 66. Damit auch das gelingt, hatte die Stadt einen Wettbewerb ausgeschrieben – einen „freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb“, wie es fachlich korrekt heißt.

Erster Platz geht nach Dresden

Neun Landschaftsarchitekturbüros aus der ganzen Republik haben sich mit ihren Ideen für eine zeitgemäße Umgestaltung des 9,3 Hektar großen Areals mit seinen vielen Teilbereichen und Denkmalschutzaspekten beworben.

Nach sechsstündiger Beratung hat die von der Iserlohner Landschaftsarchitektin Ina Bimberg geleitete Jury, entschieden: Neben Prof. Oliver Hall, Stadtplaner und Architekt aus Köln sowie Vorsitzender des Gestaltungsbeirats der Stadt Marl, und Prof. Björn Severin Stadtplaner und Architekt in Düsseldorf und München sowie Vorsitzender des Planungsbeirats der Stadt Marl, und Baudezernentin Andrea Baudek gehörten ihr weitere Landschaftsarchitekten und Marler Fachpolitiker an.

Der Siegerentwurf kommt aus Dresden, aus der Ideenschmiede des dortigen Landschaftsarchitekturbüros Rehwaldt.

Er hat die Jury vor allem mit einem zurückhaltenden Ansatz überzeugt, indem „dem Vielen, was da ist, viel Raum gegeben wird“ wie es in der Jury-Begründung heißt.

Freiraumkorridor zum Friedensplatz

Was das konkret bedeutet? – Der Umgang mit dem unter Denkmalschutz stehenden Creiler Platz, insbesondere der Übergang vom Platz in Richtung Citysee mit Baumdach und Terrasse, habe eine hohe Qualität. Besonders positiv wurde auch der Übergang zwischen Creiler Platz und Friedenspark sowie die Engstelle nördlich des ehemaligen Skulpturenmuseums am See bewertet. Hier soll der bestehende Parkplatz an die westliche Seite verlagert werden, so dass sich Creiler Platz und Friedenspark über einen Freiraumkorridor verbinden.

Eine Frauenskulptur steht vor dem Citysee.
Der Citysee spielt eine besondere Rolle bei der Neugestaltung des großen Freiflächenareals in Marls Mitte. © Julia Dziatzko

Auch die Gestaltung des Friedensparks überzeugte das Gremium sowohl räumlich als auch durch ein differenziertes Wegesystem, das die vorhandenen Strukturen mitnimmt, in Teilen ergänzt und so alle Bereiche gut miteinander verbindet.

Entlang der neuen Achse an der Kampstraße bildet der vorhandene Baumbestand eine klare Raumkante aus, die aber mit Staudenflächen immer noch genug Bezug und Transparenz zu dem dahinterliegenden Marschall 66 und Grimme Quartier herstellt.

Neuinterpretation überzeugt

Hier allerdings macht die Jury doch zwei kritische Anmerkungen: Die Öffnung vor dem neuen Museum könnte stärker akzentuiert und auch die Wegebeziehung zum Creiler Platz etwas intensiver sein.

Weichen muss nach dem Entwurf das Wasserbecken auf dem Creiler Platz. Hier sieht der Siegerentwurf kleine Sitzbereiche und Fontänen-Felder, in denen Kinder spielen können, vor – was bisher durch den geltenden Denkmalschutz nicht möglich wäre. Bei Veranstaltungen kann eine Bühne aufgestellt werden.

Insgesamt überzeugte die Arbeit aber mit ihrer Neuinterpretation des historischen Vorbildes am Creiler Platz und dem zurückhaltenden Ansatz, den Grünraum Friedenspark in einen offenen, gut strukturierten und vielfältigen Park für die Menschen des Quartiers zu transformieren.

Info: Der Siegerentwurf sowie alle anderen Beiträge können online eingesehen werden unter www.marl.de/leben-wohnen/planen-bauen/stadtmitte-freiraumplanerischer-realisierungswettbewerb/