Diakonie-Familienzentrum Arche Lipper Weg

Neue „Autismusambulanz“ entlastet betroffene Eltern und Kinder

Das Diakonie-Familienzentrum Arche am Lipper Weg 7 hat künftig 100 Kindergartenplätze für Mädchen und Jungen mit und ohne Behinderung. Die neue „Autismusambulanz“ ist ein besonderes Angebot.
An die Kelle, fertig, los: Mädchen und Jungen aus dem Kindergarten machten die offizielle Grundsteinlegung am Lipper Weg zu einer höchst lebendigen Angelegenheit. © Meike Holz

„Hätte ich auch nicht besser hingekriegt“, sagt einer der Bau-Profis mit einem Augenzwinkern, als Mädchen und Jungen bei der Grundsteinlegung des Diakonie-Familienzentrums Arche am Lipper Weg 7 zur Kelle greifen und Mörtel auflegen.

Das Spannende hinter dem bei Projekten dieser Größenordnung üblichen offiziellen Akt ist das Konzept des Zentrums. Hier und im Standort an der Martin-Luther-Straße starten Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam ins Leben. Das noch einmal Besondere am Neubau am Lipper Weg ist, dass das Familienzentrum zugleich die noch an der Bachstraße angesiedelte Frühförderung und eine neue „Autismusambulanz“ beherbergen wird. Auch wenn der Name zunächst noch ein Arbeitstitel ist, steht schon jetzt fest, dass sie inhaltlich eine Versorgungslücke schließt.

Gelebte Inklusion von Anfang an

Während Kindergartenkinder, geschützt von weißen Polierhelmen, Ziegel schichten, skizzieren Familienzentrum-Leiterin Renate Kovacs und Carolin Pukallus, Leiterin Frühförderung der Diakonie, das künftige Angebot.

Teil eins: Der Neubau erweitert das Kindergartenplatz-Angebot in Marl. Ab Sommer stehen 100 Plätze (plus 55) in sechs Gruppen (statt drei) zur Verfügung. „Es ist gelebte Inklusion, unser Konzept funktioniert. Wir haben seit vielen, vielen Jahren das Know-how“, sagt Kovacs.

Teil zwei: Die Frühförderung/„Autismusambulanz“. Jeder, der beruflich oder im persönlichen Umfeld damit zu tun hat, weiß, wie sehr betroffene Familien leiden, wenn Menschen an Autismus leiden. Umso mehr, wenn es wenig Hilfsangebote in der Nähe gibt. „Die Frühförderung ist ausgerichtet auf Kinder im Alter von null bis sechs Jahren“, erklärt Pukallus. „Aber gerade der Übergang in die Schule ist einer der wichtigsten Zeitpunkte, an dem Beratung und Therapie benötigt werden. Es ist ein sehr, sehr guter Ansatzpunkt, Menschen mit der ,Autismusambulanz’ weite Wege zu ersparen.“

Im Hintergrund werkeln die Mini-Maurer ohne Unterlass, im offiziellen Teil geht es um Zahlen. „Wir schaffen nicht nur eine Ausweitung der Kita-Plätze, sondern bauen ein Zentrum für Kinder und Familien“, so Christa Stüve, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis RE.

2,9 Millionen Euro investiert

Die wird begleitet von Diakonie-Geschäftsführer Dr. Dietmar Kehlbreier und Johannes Burrichter, Leiter Bau & Immobilien. Rund 2,9 Millionen Euro investiert die Diakonie. Dass Marls Jugendamtsleiter Andreas Wesche zur Grundsteinlegung kommt, ist ein Statement zur Zusammenarbeit von Stadt und Diakonie. „Mit der Autismusambulanz bei uns in Marl wird ein völlig neues Angebot geschaffen. Die wohnortnahe Versorgung entlastet betroffene Familie, die bislang weite Weg in kauf nehmen mussten.“

Der Abend in Marl

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.