Regionalverkehr

Neue Direktverbindung nach Bochum hält auch in Sinsen

Nach dem Verlust des RE2 bekommt Bahnhof Sinsen eine neue und schnelle Nord-Süd-Verbindung. Busse der Vestischen, Radstation und Pendlerparkplatz stehen für die Fahrgäste bereit.
Der Regionalexpress RE2 braust auch weiterhin durch den Bahnhof Sinsen, ohne anzuhalten. Künftig hält hier jedoch einmal stündlich eine Regionalbahn, die über Recklinghausen direkt nach Bochum Hbf fährt. © Thomas Brysch

Der Bahnhof Sinsen bekommt eine neue Bahnverbindung. Ab Inkrafttreten des Winterfahrplans 2022/23 im Herbst nächsten Jahres fährt eine Regionalbahn des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) im Stundentakt über Recklinghausen Hbf und Recklinghausen-Süd ohne weitere Stopps direkt und schnell bis Bochum Hbf und zurück. Das bislang notwendige Umsteigen mit Wartezeiten in Wanne-Eickel entfällt dann. Für Marler Berufspendler oder Studenten der Bochumer Ruhr-Universität ist das ein echter Fortschritt, denn direkte Nord-Süd-Verbindungen im Ruhrgebiet sind rar gesät. So entsteht eine echte Alternative zum morgendlichen Stau auf der A43.

Wie VRR-Sprecher Dino Niemann mitteilt, laufen derzeit die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn über die Bereitstellung der Trasse, die zum Glück bereits vorhanden ist und zurzeit von Güterzügen und dem Umleitungsverkehr der Fernzüge genutzt wird. Damit bekommt Marl immerhin einen gewissen Ausgleich für den Verlust des RE2, der auf dem Weg nach Düsseldorf wohl im wesentlich kleineren Haltern hält, Marl-Sinsen aber links liegen lässt.

Marl-Mitte ist für Busse die Drehscheibe auf dem Weg zum Bahnhof

Es bleibt natürlich das alte Marler Problem. Sinsen ist der östlichste Stadtteil. Von Polsum bis dorthin ist es schon eine kleine „Weltreise“. Immerhin: Die Vestische steht bereit, Fahrgäste mit Ziel Bochum in ihren Bussen schnell und sicher zum Bahnhof Sinsen zu bringen. „Für Polsumer, Brasserter und Alt-Marler ist dabei Marl-Mitte die Drehscheibe“, wie Vestische-Sprecher Christoph van Bürk erläutert. Von dort fahren die Linien 220 und 222 je halbstündig nach Sinsen, so dass unter dem Strich jede Viertelstunde eine Verbindung entsteht. Zusätzlich fährt von dort einmal stündlich die Linie 226.

Spätestens ab Ortsteil Hüls wird das Fahrrad interessant, für Lenkerbecker und Sinsener sowieso. Die Radstation am Bahnhof Sinsen bietet bewachten und überdachten Platz für 300 Stahlrösser. „Wir haben noch Plätze frei“, sagt ein Mitarbeiter vor Ort. 70 Cent pro Tag kostet das, sieben Euro im Monat, 70 Euro im Jahr. Außerdem werden dort komplette Fahrrad-Reparaturen durchgeführt.

Wer auf sein Auto für den ersten Weg nicht verzichten mag, auf den wartet an der Gräwenkolkstraße in Bahnhofnähe ein großer, bislang kaum genutzter Pendlerparkplatz.

Gute Voraussetzungen also für die neue Linie nach Bochum, zumal der Bahnsteig in Sinsen bis dahin verlängert und angehoben sein wird und somit bequemes Einsteigen ermöglicht. Für den RE2 allerdings gibt es kein Zurück. „Wir mussten den Zug auf der Strecke Münster-Düsseldorf zwölf Minuten schneller machen, damit er in das künftige Rhein-Ruhr-Express-System passt“, sagt VRR-Sprecher Niemann. Sinsen hat da keine Chance.

Der Abend in Marl

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt