Kinderbetreuung

Outdoor-Kindergarten für Polsum geplant

Elterninitiative will Projekt auf dem ehemaligen RAG-Gelände Polsum 2 realisieren. Noch steht das Baurecht im Weg.
In Marl-Polsum soll im kommenden Jahr ein Outdoor-Kindergarten nach dem Vorbild der Einrichtung "Pixies" am Loemühlenweg entstehen, die (stehend v.l.) Anton, Emilia, Lucia, Lina, Uma sowie (sitzend v.l.) Oskar, Thore, Till und Thea besuchen. Ira Dieckmann (v. l.) und Lena Schößler (r.) wollen dort dann als Erzieherinnen arbeiten. © Meike Holz

Kindergartenplätze sind knapp in Marl. Allein in Polsum fehlen etwa 40. Das könnte sich bald ändern, denn eine Elterninitiative will für Marls westlichsten Stadtteil einen Outdoor-Kindergarten aufbauen. Mitstreiter sind herzlich willkommen.

Einen ersten Kindergarten für Draußen-Kinder gibt es bereits in Marl, die Pixies am Loemühlenweg, mitten in der Natur, auf einer 2500 Quadratmeter großen Waldfläche, die zum Gelände der soziokulturellen Begegnungsstätte „Schacht 8“ gehört. Dort arbeiten auch Lena Schößler und Ira Dieckmann als Erzieherinnen.

Zweiter Standort für 20 Kinder

Im Rahmen einer Elterninitiative unter der Trägerschaft des Vereins „Outdoorkindergarten-Marl“ wollen die beiden einen zweiten Standort für 20 Kinder in Polsum aufbauen und selbst dort arbeiten. Der Plan: Im August 2022 soll die Eröffnung des Kiga „Funklerwald“ sein, und zwar auf dem Gelände der ehemaligen Schachtanlage Polsum 2 an der Straße Im Dörnen.

„Das ist sportlich, aber wir sind Optimisten“, sagt Schößler. Ab sofort nimmt ihre Elterninitiative Mitglieder auf. Ab einem Alter von zwei Jahren werden Kinder dort willkommen sein. Sie könnten von bis zu fünf Erzieherinnen und Erziehern 35 Stunden pro Woche in der Zeit von 7 bis 14 Uhr betreut werden.

  • Der in Polsum geplante Outdoor-Kindergarten soll den Namen „Funklerwald“ tragen, nach dem Kinderbuch von Stefanie Taschinski.
  • Auf dem künftigen „Green Zero“-Gelände in Polsum sollen die Kinder Baumeister ihrer eigenen Lebenswelt werden. Sie gestalten ihr Gelände, begreifen ökologische Zusammenhänge, pflanzen, säen, forsten auf. Sie schaffen und Schützen Lebensräume, auch gemeinsam mit dem Naturschutzbund.
  • Konsequente Nachhaltigkeit umfasst den Bau des Kiga-Gebäudes, die gesamte Gestaltung des Alltags und schließt nahtlos an das ökologische Modellprojekt „Green Zero“ an.
  • Die Kinder erkennen, dass ihr Tun unmittelbaren, nachvollziehbaren Einfluss auf die Welt hat. Sie entwickeln grundlegende Kompetenzen und Verantwortungsbewusstsein.
  • Grundsätzlich bedeutet Outdoor-Kindergarten, dass die Kinder sich überwiegend im Freien aufhalten und dort auch mal einen Schauer erleben. Bei wirklich schlechtem Wetter bietet das feste Gebäude jedoch Schutz und Wohlbehagen.

Monatsbeitrag beträgt 50 Euro

Mitgliedschaft eines Elternteils in der Elterninitiative ist Pflicht. Der Monatsbeitrag von 50 Euro beinhaltet aber auch, dass Väter und Mütter bei der Gestaltung der Anlage und der Verwendung von Geldern mitwirken können. Zwei Arbeitssamstage im Jahr gehören zudem dazu. „Aber dann wird nicht nur gearbeitet, sondern auch gefeiert. So entstehen Zusammenhalt und eine familiäre Atmosphäre“, betont Schößler.

Eigentümer und Umweltaktivist Dirk Gratzel zieht mit

So soll das zum Outdoor-Kindergarten Funklerwald gehörende Gebäude aussehen, das den Kindern bei schlechtem Wetter Schutz bietet. © CMBMDSGN © CMBMDSGN

Das Grundstück gehört dem Umweltaktivisten Dirk Gratzel, der dort sein Projekt „Green Zero“ verwirklichen will. Zurzeit befreit die RAG das Gelände von Polsum 1/2 noch von den Hinterlassenschaften des Bergbaus.

Schon jetzt hat der Aufbau eines reichhaltigen Biotops begonnen, mit dem Gratzel die Umweltbelastung seines Lebens ausgleichen will. Der 53-Jährige selbst ist von der Idee eines Outdoor-Kindergartens auf seinem Gelände begeistert. Ira Dieckmann betont: „Die Kinder sind beim Aufbau dieses Biotops von Anfang an dabei. Sie sehen, wie etwas Neues, Nachhaltiges entsteht und sie können daran aktiv mitwirken.“

„Der Jungenhilfe- und der Umweltausschuss des Marler Stadtrats haben uns ihre Unterstützung zugesagt“, sagt Lena Schößer. Das Problem ist das Baurecht. „Die Fläche liegt außerhalb des Bebauungsplans, ein neu zu errichtendes Gebäude im Wald ist eigentlich nicht vorgesehen.“ Nach Auskunft der Stadt Marl ist die Verwaltung im Gespräch mit dem Träger. Schößler und Dieckmann hoffen, dass die Stadt den Weg frei machen wird. „Es gibt erst 40 Waldkindergärten in ganz NRW. Mit dem Projekt kann Marl bundesweit an Ansehen gewinnen und wir bieten an, das ganze ehrenamtlich aufzubauen!“

Hier der Kontakt für interessierte Eltern: Lena Schößler, Outdoor-Kindergarten Marl e.V., Tel.: 0178/1414295, Mail: info@kiga-funklerwald.de

Der Abend in Marl

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt