Erfolgreich beim Landeswettbewerb

Roboter von Fünftklässlern misst die Luftqualität

Nicht nur in Corona-Zeiten ist ihre Erfindung ein Gewinn: Felix Müller, Jan Steinert und Colin Suckow vom Gymnasium im Loekamp haben beim Landeswettbewerb „Schüler experimentieren“ gewonnen.
Mit ihrem „MoLuMeS“ (Mobiles Luft-Mess-System) haben Felix Müller (2.v.l.), Jan Steinert (2.v.r.) und Colin Suckow (l.) beim Landeswettbewerb "Schüler experimentieren" im Fachbereich Arbeitswelt den ersten Platz erreicht. Mit ihnen freuen sich am Gymnasium im Loekamp: Aaron Wächter (r., ebenfalls am Projekt beteiligt), Diana Lorra, stellvertretende Schulleiterin, und Wilhelm Wlost, Leiter der MINT-AG. © Julia Grunschel

Andere benutzen dafür ein Ampelsystem, vier Fünftklässler vom Gymnasium im Loekamp (GiL) haben ihr „MoLuMeS“ (Mobiles Luft-Mess-System): Wann in einem geschlossenen Raum gelüftet werden muss, ist seit einem Jahr wegen der Verbreitung von Coronaviren so wichtig und interessant wie eigentlich nie zuvor.

Im Herbst haben Felix Müller, Jan Steinert, Colin Suckow und Aaron Wächter in der MINT-Arbeitsgemeinschaft des Marler Gymnasiums angefangen, sich mit ihrem Erfolgsprojekt zu beschäftigten: Sie entwickelten einen Roboter, der autonom durch einen Raum – also zum Beispiel eine Klasse fahren – und den CO2-Gehalt der Luft messen kann. Ist die Luft schlecht, schlägt der Roboter Alarm. Hierfür haben die Jungforscher eine LED-Lichterkette und einen Alarmton im Einsatz.

Beim Regionalwettbewerb gab es einen Sonderpreis für Marler

„Die LED-Lichterkette zeigt durch Farbveränderung (grün-gelb-rot) an, wie es mit der Luft bestellt ist. Durch ein raffiniertes Navigationssystem mit einer schwarzen Linie findet der Roboter automatisch den richtigen Weg und kann auf Hindernisse reagieren“, erklärt Wilhelm Wlost, der die MINT-AG als pensionierter Lehrer leitet und die Kinder durch das Projekt begleitet hat.

Dass das richtig gut ist, was da am GiL dienstags in der siebten und achten Stunde entstanden ist, hat sich beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht/Schüler experimentieren“ im Februar gezeigt. Hier standen Felix, Jan und Colin erstmals in der Öffentlichkeit und stellten ihr Projekt vor. Weil zum Wettbewerb nur drei Forscher pro Gruppe angemeldet werden konnten, blieb Aaron im Hintergrund. „Aber eigentlich haben wir zu viert daran gearbeitet“, betonen die Jungs mehrfach.

65 Kinder treten beim Landeswettbewerb an

Beim Regionalwettbewerb sicherten sie sich nicht nur den ersten Platz in der Kategorie „Arbeitswelt“, sondern auch den Sonderpreis der Deutschen Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung DGZfP. Für den Landeswettbewerb, der am Wochenende online ausgetragen wurde, qualifizierten sich die Forscher automatisch. 65 Kinder und Jugendliche stellten bei „Schüler experimentieren“ insgesamt 43 Projekte vor.

30 Minuten lang mussten Felix, Jan und Colin der Jury in einer Videokonferenz Rede und Antwort stehen. „Ich war nicht so aufgeregt wie beim Regionalwettbewerb“, erzählt Felix. „Ich schon – ich hatte Angst, den Text zu vergessen“, räumt Jan ein. Die ca. siebenminütige Präsentation sei aber gut gelaufen, meinen die Forscher. Die anschließenden Fachfragen, bei denen Wissen abgefragt wurde, seien aber ziemlich knifflig gewesen. „Am Ende konnten wir es nicht einschätzen“, erzählen die Jungen.

Preisverleihung mit Familien geguckt

Die Preisverleihung, die online übertragen wurde, haben am Samstag alle getrennt mit ihren Familien gesehen. „Als dann in unserer Kategorie gesagt wurde, es gibt zwei dritte Plätze und keinen zweiten, dachte ich, das war‘s“, berichtet Jan. Dass ihr Projekt dann als Sieger benannt wurde, habe alle überrascht: „Damit haben wir nicht gerechnet“, meinen die Fünftklässler.

In der Schule – am Dienstag hatten die Forscher im Wechselunterricht ihren ersten Schultag für diese Woche – gab es dann von allen Seiten Glückwünsche. „Ich bin mächtig stolz auf die Jungs und total begeistert“, schwärmt Schulleiter Dr. Marc Brode, „der Wettbewerb „Jugend forscht“ bei den Älteren ab 14 Jahren oder „Schüler experimentieren“ für die Jüngeren ist die Königin der Schulwettbewerbe. Die Fünftklässler waren mit so viel Begeisterung und Engagement bei der Sache – absolut spitze!“

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