„The Jewish Touch“ Klezmer trifft Derwisch im Theater Marl

Eine Mann und eine Frau
Shira Karmon und Paul Gulda gastieren in der Konzertreihe „The Jewish Touch“ im Theater Marl. © Stdt Marl/Kulturamt
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Ein Aufruf zu Frieden und Verständnis der Kulturen verspricht das Konzert der israelischen Sängerin Shira Karmon und des österreichischen Pianisten Paul Gulda zu werden, das jetzt im Rahmen der Konzertreihe „The Jewish Touch“ auf dem Programm des Theaters Marl steht. Am Samstag, 26. November, gastieren sie hier unter dem Motto „Klezmer trifft Derwisch – ein jüdisch-islamischer Dialog“ mit einem Programm, das sie auf vielen internationalen Bühnen aufgeführt haben.

„Pieces of hope – Hope for peace“ (Stücke der Hoffnung – Hoffnung auf Frieden) ist nicht nur der Titel ihrer aktuellen CD, sondern auch programmatischer Mittelpunkt dieses Konzerts auf internationalem künstlerischen Niveau. Shira Karmon und Paul Gulda verfolgen nach eigenem Bekunden einen „diskreten, aber klaren politischen Anspruch“, der in sehr unterschiedlichen Werken aus verschiedenen Epochen zum Ausdruck kommt.

Vergessen und verfemt

Ihre Mission besteht nicht zuletzt darin, seltene, oft vergessene und verfemte, ja verbotene Werke wieder auf die Konzertbühne zu bringen. Etwa die Musik von Salomon Sulzer, einem einflussreichen jüdischen Kantor in Wien. Nicht nur für ihn war der modale Synagogalgesang eine starke Inspirationsquelle.

Der israelische Komponist Eal Bat hat Trauergedichte der Wuppertaler Lyrikerin Elke-Lasker Schüler in Liedform gebracht. Beklemmend aktuell wirkt eine Antikriegshymne von Leonard Bernstein. Und wer kannte bislang den Komponisten Arnold Schönberg als satirischen Liederschreiber, der die Kabarett-Szene in Wien und Berlin aufmischte? – Den Abend im Theater Marl krönt die titelgebende Eigenkomposition von Paul Gulda „Music for Hope – Hopes for Peace“, welche arabische und hebräische Textlyrik symbolträchtig vereint.

Ausgezeichnet und Aufsehen erregend

Die Sopranistin Shira Karmon wuchs in Israel in einer multikulturellen Atmosphäre auf, studierte in Tel Aviv und an der Manhattan School of Music. Seit 2014 lebt sie in Wien, ist auf weltweiten Opern- und Konzertbühnen präsent. Sie ist Preisträgerin des Israelischen Musikinstituts sowie des Wettbewerbs Lied des 20. und 21. Jahrhunderts.

Paul Gulda ist überzeugter Wiener und vielfältig engagierter Gegenwartsmusiker, Improvisator und Komponist. Aufsehen erregten literarisch-musikalische Abende wie zum Beispiel das Projekt „Stimmen im Widerhall“ – entstanden zum 54. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausens.

Zum Thema

The Jewish Touch: Pieces of hope – Hope for peace

„Klezmer trifft Derwisch – ein jüdisch-islamischer Dialog“

Samstag, 26. November 2022, Theater Marl, Beginn 19 Uhr.

Karten sind erhältlich im i-Punkt im Einkaufszentrum Marler Stern, Montag bis Freitag 9.30 bis 18 Uhr, Samstag 9.30 bis 13 Uhr, Telefon: 0 23 65/ 99 43 10.

Eine alte Lokomotive liegt vor dem Theater.
Das Marler Theater mit „La Tortuga“. © Stadt Marl