Gewerkschaft pocht auf Gesetz

Verkaufsoffene Sonntage im Marler Stern: ver.di hält nichts von Debatte

Händler sind maßlos enttäuscht über die Absage dreier verkaufsoffene Sonntage im Marler Stern. Die SPD regte einen runden Tisch an. Weshalb die Gewerkschaft ver.di wenig Sinn darin sieht.
Der große Antikmarkt sorgt immer wieder für ein volles Haus im Marler Stern. Er sollte von einem verkaufsoffenen Sonntag begleitet werden.
Der große Antikmarkt sorgt immer wieder für ein volles Haus im Marler Stern. Er sollte von einem verkaufsoffenen Sonntag begleitet werden. © Jürgen Wolter (Archiv)

Händler und Center-Management zeigen sich maßlos enttäuscht über die Mehrheitsentscheidung des Rates gegen drei verkaufsoffene Sonntage. Die SPD regte einen runden Tisch mit der Gewerkschaft ver.di, Kirchen, Kommunalpolitik und Verwaltung an. CDU und FDP fordern eine neue Entscheidung im Rat.

Die Gewerkschaft ver.di betont nun, dass verkaufsoffene Sonntage in Marl nicht abhängig sind von der Position der Gewerkschaft: Sie könnten stattfinden, „wenn sie im Einklang mit geltendem Recht stehen und eine politische Mehrheit im Rat finden“, erklärt Gewerkschaftssekretär Michael Sievers.

Die ver.di-Gremien haben in einem Beschluss verkaufsoffene Sonntage klar abgelehnt. Gerichtlich gehe ver.di gegen Sonntagsöffnungen aber nur vor, wenn sie gegen geltendes Recht verstoßen. Nur dann werden Gerichte eine Verordnung zu verkaufsoffenen Sonntagen als rechtswidrig verwerfen.

Ein Gespräch am runden Tisch bringt aus Sicht von Michael Sievers keinen Gewinn. Er verweist auf das Ladenöffnungsgesetz und die Rechtsprechung. „Wir alle müssen uns an die bestehenden Gesetze halten, auch die Befürworter von Sonntagsöffnungen. Die politischen Argumente sind ausgetauscht.“

Die Gewerkschaft sei aber jederzeit bereit zum Gespräch über die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten, die Tarifflucht der Unternehmen, Personalabbau und ausufernde Ladenöffnungszeiten.

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