Spaziergänger alarmiert

Warum drei Dutzend Bäume in der Burg angeschnitten wurden

Gleich mehrere Bäume wurden im Naturschutzgebiet Die Burg angeschnitten. Einer Familie aus Recklinghausen fiel das bei einem Spaziergang auf. Handelt es sich um mutwillige Zerstörung?
In der Burg wurden Weiden und Pappeln angeschnitten, damit darunter gesetzte junge Buchen besser versorgt werden. © privat

Unsere Redaktion fragte beim Regionalverband Ruhr (RVR) nach, dem die Waldfläche gehört. Das Anschneiden und Entfernen der Baumrinde nennt sich im Fachjargon „Ringeln“, klärt RVR-Pressesprecher Jens Hapke auf. Es wird vor allem in Naturschutzgebieten angewendet, um den Wald zu verjüngen.

In der Burg wurden rund drei Dutzend Bäume angeschnitten. Sie sollen durch einen standortgerechten Buchen-Mischwald ersetzt werden. Das habe der RVR mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt.

Junge Bäume werden vor „Verbrennen“ geschützt

Durch das Entfernen der Rinde wird die Wasserzufuhr in die Baumkrone unterbrochen. Die Blätter und Äste in der Baumkrone sterben dadurch langsam ab, erklärt Jens Hapke. Das habe einen Vorteil: Darunter bereits gesetzte junge Buchen werden weiter beschattet und nach und nach mit mehr Sonnenlicht versorgt. So drohen sie im Sommer nicht zu „verbrennen“ oder zu vertrocknen. Das wäre der Fall, wenn die Bäume gefällt und entfernt würden.

Nicht immer ging der Regionalverband so vorausschauend mit Bäumen in der Burg um. Im Januar 2019 vernichteten der RVR und die Stadt Marl Wald auf elf Prozent der Fläche. Begründung: Äste hätten herabfallen und benachbarte Kleingärtner oder Spaziergänger gefährden können. Nach Protesten rügte das Land den Kreis Recklinghausen, der alles genehmigt hatte.

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