Freizeit

Wie kühlt sich Marl in Corona-Zeiten während der Hitzewelle ab?

Marl stöhnt unter der Hitzewelle. Obschon die Inzidenzstufe 1 des Landes NRW gilt, gibt es zumindest leichte Einschränkungen in der Corona-Pandemie.
Trotz der hochsommerlichen Temperaturen hat Therese Watermann von der Eisdiele Via Roma am Birkenbusch in Marl-Sinsen die Corona-Regeln stets im Blick: Einen Tischservice gibt es nicht. Gäste, die im Außenbereich des Cafés Platz nehmen, müssen ihre Kontaktdaten hinterlassen. © Meike Holz

Abkühlung heißt derzeit das Zauberwort auch in Marl während der Hitzewelle mit Temperaturen über 30 Grad. Aber was ist möglich für Marler Bürgerinnen und Bürger, um weiter sicher durch die Corona-Pandemie zu kommen?

Weit oben auf der Liste steht sicherlich ein Freibad-Besuch. Problem nur: Die Kapazitäten sind in Marl begrenzt. Im Bürgerbad an der Loemühle (Ovelheider Weg 2) dürfen sich maximal 1100 Gäste gleichzeitig auf den Liegewiesen tummeln.

„Wer drin ist, ist drin“

„Wer drin ist, ist drin“, sagt Jürgen Kaldeweide, Vorsitzender des Vereins Freibad Hüls. Im Laufe der Woche sind die Badbetreiber bereits an die Grenzen der Kapazität gestoßen. Bei 1100 Gästen wird das Bürgerbad an der Loemühle dichtgemacht. Erst wenn Leute die Anlage verlassen, dürfen Schwimmwillige nachrücken. Das kann dauern.

Dabei könnten allein von der Liegefläche her – rund 20.000 Quadratmeter – 2800 Gäste kommen. „Das Problem ist aber die Wasserfläche, die nicht mehr Besucher erlaubt“, sagt Jürgen Kaldeweide.

Mitarbeiter des Ordnungsamts kontrollieren

Immerhin greift die „3G-Regel“ für Freibäder nicht mehr. Das heißt, ein Besucher kann ohne Schnelltest oder Nachweis der Impfung oder Genesung ins Bad. Für die Badbetreiber ist das eine enorme Erleichterung. „Das wäre für uns kaum machbar, das zu überprüfen“, sagt Jürgen Kaldeweide. Mitarbeiter des Ordnungsamts kommen öfter ins Bad zur Kontrolle. „Die Leute halten sich aber an den Abstand“, betont er.

Abkühlung bei 22 Grad Wassertemperatur

Dagegen dürfen ins Guido-Heiland-Bad nur 500 Besucher. Wer nach dem Mittag kommt, könnte also in der Warteschlange landen. „Wer Pech hat, muss bis zu einer Stunde warten“, sagt Peter Weiler, Vorsitzender des Vereins Volksbad Marl. Dafür verspricht das Wasser mit einer Temperatur von rund 22 Grad eine schöne Abkühlung.

Was hilft noch gegen Hitze neben einem Sprung ins kühle Nass? Na klar: ein Eis! Mittlerweile ist Außen-Gastronomie wieder für Eisdielen erlaubt – So auch für Via Roma in Sinsen (Birkenbusch 2).

Formular ausfüllen beim Verweilen

„Wir haben vier Bänke und zehn Tische“, weiß Besitzerin Therese Watermann. Wer sich hinsetzt, muss allerdings ein Formular ausfüllen, personenbezogene Daten zwecks einer Rückverfolgbarkeit hinterlegen.

Allerdings gibt es bei Via Roma nur reinen Fenster-Verkauf, keine Tisch-Bedienung. Innen-Gastronomie, was möglich wäre, fehlt ebenso. „Bei uns kommt keiner rein. Bei unserer Größe dürfte eh nur eine Person innen Eis essen“, sagt Therese Watermann.

Viele Stammkunden kommen

Sie hat festgestellt, dass die Menschen nach den gelockerten Corona-Beschränkungen wieder mehr nach draußen wollen – gerade bei diesem Wetter. „Wir haben viele Stammkunden, die wollen auch ein Quätschchen halten“, sagt Therese Watermann.

Was geht noch? Man sucht sich ein schattiges Plätzchen in einem Biergarten, bei gekühlten Getränken. Hier gilt ebenso: Man muss sich in eine Liste eintragen zwecks einer möglichen Rückverfolgung.

Fahrradfahrer machen Zwischenstopp

Noch nicht überlaufen ist derzeit der Biergarten vom Haus Gloe (Am Kanal 333), idyllisch gelegen zwischen Lippe und Wesel-Datteln-Kanal. „Wir haben viele Fahrradfahrer als Gäste“, meint Inhaber Jovan Filipovic. Er kann Spezialitäten vom Balkan oder gekühlte Getränke draußen an insgesamt zehn Tische mit jeweils vier Sitzplätzen anbieten – natürlich mit dem gebührenden Abstand.

Was spendet natürlichen Schatten? Richtig: Bäume. Und viele Bäume spenden viel Schatten, wie in Parks oder Wäldern.

Im Marler Stadtgebiet gibt‘s 2100 Hektar Wald

Davon hat Marl reichlich. Zusammen erstrecken sich die Grünflächen in Marl über rund 500 Hektar. Das ist die Größe von mehr als 700 (!) Fußballfeldern. Im Stadtgebiet Marl gibt es insgesamt rund 2100 Hektar Wald, davon etwa 320 Hektar im städtischen Eigentum.

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