Tag der offenen Wiese

Wo Bergleute auf dem Kanal paddelten: Faltbootclub Hamm-Marl feiert

1955 wurde der Faltbootclub Hamm-Marl von Bergleuten gegründet. Dass er nach wie vor sehr lebendig ist, bewiesen die Mitglieder am Wochenende.
Der Faltbootclub Hamm-Marl hatte zum Tag der offenen Wiese eingeladen und unter anderem einige historische Faltboote ausgestellt. © Jürgen Wolter

Es waren Bergleute aus Marl, die diesen Verein gründeten. Bis heute liegt er fast versteckt am Ufer der Wesel-Datteln-Kanals in der Nähe der Brücke der A 43: Der Faltbootclub Hamm-Marl hatte zum „Tag der offenen Wiese“ auf sein Vereinsgelände eingeladen.

Ein Faltboot – was ist das eigentlich? Das erklären Vereinsmitglied Siegfried Schönfeld und Vorsitzender Heinz Wimmer. Faltboote sind sehr leicht, sie bestehen aus einer gummierten PVC-Unterschicht und einem Aufbau aus Baumwollstoff. Zusammengehalten werden sie von dünnen Holzleisten, die auseinandergebaut werden können. „Diese Boote konnten zusammengefaltet transportiert werden“ so Siegfried Schönfeld. „Deshalb konnten die Bergleute sie gut zum Kanal transportieren und gründeten hier 1955 ihren Verein.“

Über den Kanal nach Haltern

65 Mitglieder zählt der Faltbootclub Hamm-Marl heute. Nicht alle fahren heute noch die ursprünglichen Faltboote, auch modernere Boote und Kanus finden sich inzwischen im Bootshaus.

Die Standardstrecke der Paddler ist die Fahrt über den Kanal bis Haltern. Dort wird auf die Lippe übergesetzt und dort geht es mit der Strömung zurück bis zur A43-Brücke. „Die Lippe dürfen heute nur noch Paddler befahren, die eine Ökoschulung absolviert haben“, darauf weist Siegfried Schönfeld hin.

Die Vereinsmitglieder hatten einige historische Boote aus dem Bestand auf der Wiese am Kanal ausgestellt. Dort konnte man noch die ursprüngliche Bauweise bewundern. Ein Boot ist sogar mit einem Segel ausgestattet.

Schnuppertraining und Rockkonzert

Den ganzen Tag über wurden Schnuppertrainings angeboten, die sowohl jugendliche als auch erwachsene Interessenten nutzten. Erste wichtige Info für alle Anfänger: Beim Einsteigen darf man nur auf die Holzplanken im Bootsinneren treten, um die dünne Außenhülle nicht zu beschädigen.

Für den Abend war am Bootshaus eine große Bühne aufgebaut. Zwei Bands hatte sich angesagt, um den Gästen richtig einzuheizen: Steady Drivin Men und Nona Split. „Wir haben hier keine Nachbarn, deshalb ist es kein Problem, hier ein Konzert zu veranstalten“, so Heinz Wimmer

Das Bootshaus hat der Club mit Unterstützung der RAG renoviert, weil hier erhebliche Bergschäden aufgetreten waren. Mit einem Kulturprogramm im September sollen außerdem neue Interessenten angesprochen werden. An den kommenden drei Samstagen gibt es weitere Rock- und Jazzkonzerte.

Der Abend in Marl

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