Impfung im Marler Stern - mit Video

Zweite Marler Impfaktion zieht junge Menschen an

Impfen und einkaufen: Die zweite Marler Impfaktion im Marler Stern wird ein voller Erfolg. Auch viele Menschen mit Migrationshintergrund nehmen das Angebot an.
Impfaktion im Marler Stern: Die medizinische Fachangestellte Kristina Farwick (l.) impft die Marlerin Stefanie Feldmann (M.). Kinderarzt Heinrich Blessenohl (r.) berät und führt die Aufsicht. © Meike Holz

Die Stadt Marl stellt sich gegen die vierte Corona-Welle. Auch die zweite Impfaktion im Testzentrum am Marler Stern wird am Donnerstag zum vollen Erfolg. Bereits eine halbe Stunde vor Öffnung um 10 Uhr stehen Dutzende Menschen in der Schlange und warteten auf Einlass.

Das Angebot ist attraktiv. Man kann ohne Anmeldung kommen. Vor Ort ist der Papierkram überschaubar. Zwei Teams des Impfzentrums Recklinghausen sind im Einsatz, ebenso viele freiwillige Helfer aus der Marler Stadtverwaltung. Die Vorlage des Personalausweises genügt, schon kann man zwischen den Impfstoffen Moderna, BioNTech und Johnson & Johnson wählen. Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren werden ausschließlich mit BioNTech geimpft.

Auch Sophie Pook hat sich einen Ruck gegeben. „Corona kann mich genauso treffen wie die Alten“, sagt die 16-jährige Marlerin, die zurzeit eine Ausbildung zur Pharmazeutisch-Kaufmännischen Assistentin macht: „Außerdem ist mein Opa Risikopatient.“ Beim Ausfüllen der Formulare hilft ihr Thomas Freck, Ehrenamtskoordinator bei der Flüchtlingshilfe der Stadt. Auch er freut sich, dass so viele junge Leute gekommen sind. „Wir haben bewusst die City als Ort der zweiten Impfaktion gewählt, weil sie ein Drehkreuz für Schülerinnen und Schüler in Marl ist“, sagt der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters Michael Bach vor Ort.

Für Hubert Weprzedz vom Center Management des Marler Sterns liegen die Vorteile der Aktion auf der Hand, die von der Stadt in Kooperation mit der Firma terraMed als Testzentrumsbetreiber und dem Fashion Outlet als Eigentümer gestemmt wird: „Im Marler Stern lässt sich die Impfung wunderbar mit einem Einkauf oder dem Besuch beim Friseur verbinden.“

Schon am Vormittag bildete sich eine lange Schlange mit vielen überwiegend jungen Impfwilligen vor dem Testzentrum. © Julia Dziatzko © Julia Dziatzko

Hilfe bei den Formularen für Menschen mit Migrationshintergrund

Diese Möglichkeit hat auch Stefanie Feldmann genutzt. Die 36-jährige Marlerin hat lange mit sich gerungen, bevor sie eine Entscheidung traf: „Anfangs hatte ich Angst vor möglichen Langzeitfolgen einer Impfung, aber dann habe ich an meine Mitmenschen gedacht“, sagt die Angestellte in einem Fitness-Studio nach der Impfung: „Jetzt werde ich im Stern erstmal einkaufen gehen, damit ich alles zu Hause habe, falls ich morgen mit Nebenwirkungen flach liege.“

Auch viele junge Menschen mit Migrationshintergrund haben den Weg zum Testzentrum gefunden, und das nicht ohne Grund: Deniz Tekmen, Integrationsbeauftragter der Stadt, durfte vor dem Freitagsgebet in den Marler Moscheen über die Impfaktion der Stadt informieren. Am Impftag arbeitet er selber vor Ort, hilft den Impfwilligen mit türkischer Muttersprache beim Ausfüllen der Formulare.

Auch Freiwillige aus der Kreisverwaltung sind im Marler Stern im Einsatz. So hilft Muhammad Kzeel allen Impfwilligen arabischer Herkunft als Dolmetscher. „Ich habe heute schon mehr als 20 Arabischsprechenden bei den Formularen geholfen. Alleine schaffen sie das nicht“, sagt der 2016 aus Syrien geflohene junge Mann. Shirin Dimo braucht diese Hilfe nicht. Die junge Schülerin, die mit ihrer Familie aus dem kurdischsprachigen Teil Syriens stammt, füllt mit ihrem guten Deutsch das Formblatt ganz entspannt für ihre Mutter und eine Freundin aus.

Schon die erste Impfaktion vom 29. Juli konnte die Stadt als Erfolg verbuchen, als sich 318 Menschen impfen ließen, davon 106 In der Siedlung Am alten Sportplatz und 212 im Marler Stern. „Jetzt haben wir im Testzentrum weitere PC und Drucker aufgestellt, um mehr Menschen durch die Impfprozedur schleusen zu können“ erläutert Sozialdezernentin Claudia Schwidrik-Grebe vor Ort. Mit Erfolg: Bis 19 Uhr hatten sich bei der Aktion 401 Personen impfen lassen.

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