Art ist häufig im Ostvest

Die Beute fest im Blick – Naturexperte begegnet einem Greifvogel

Wer aufmerksam seine Umgebung beobachtet, wird ihn auch bereits im Ostvest entdeckt haben, den häufigsten Greifvogel in unserer Region.
Ulrich Kamp vom Naturschutzbund Ostvest hat diesen Mäusebussard in der Haard entdeckt. © privat

Ulrich Kamp vom Naturschutzbund Ostvest hatte jedenfalls bei einem seiner vielen Streifzüge durch die Natur von Oer-Erkenschwick, Waltrop und Datteln solch ein Glück, und rät Spaziergängern nach diesem Vogel einmal Ausschau zu halten. „Ich war mit Hund am Rundweg des Jammertal-Golfplatzes in der Dattelner Haard auf der Nordseite unterwegs, als mir in niedriger Höhe über dem Weg fliegend ein Mäusebussard entgegenkam und uns dann überflog“, berichtet der Naturexperte.

Doch dann passierte etwas, mit dem Ulrich Kamp nicht gerechnet hatte, und ihn daher vermuten lässt, dass es sich um einen jungen Vogel, der (noch) keine schlechten Erfahrungen mit Menschen gemacht hat, handelte.

Ulrich Kamp berichtet: „Ich hatte ihn eigentlich schon ‚abgehakt‘, da ich die Kamera um den Hals hatte, habe ich mich aber rein vorsorglich für den Fall der Fälle noch umgedreht – und der Mäusebussard landete auf einem niedrigen Ast hinter mir in ca. sechs Metern Höhe und nur 15 Meter entfernt – und blieb sitzen, als ich die Kamera ansetze.“

Mäusebussard ist auf seine Beute fixiert

Ein eher ungewöhnliches Verhalten dieser recht scheuen Tiere. Doch dieses Exemplar, dass Ulrich Kamp dann auch fotografieren konnte, schien sich vornehmlich nur für die eventuelle Beute, die unter ihm am Boden krabbelte, zu interessieren. „Fand ich natürlich nett von ihm“, flachst Kamp über sein Fotoglück. Wer in der Natur von Oer-Erkenschwick, Datteln oder Waltrop unterwegs ist, kann durchaus Glück haben, einen Mäusebussard zu entdecken.

Denn diese Art ist unser häufigster Greifvogel. Mäusebussarde jagen bevorzugt am Feldrand – sitzen auf Bäumen, Telefonmasten u. ä., um nach Beute Ausschau zu halten. „Er beherrscht aber auch Such- und sogar Rüttelflug, wenn auch nicht so elegant wie der kleinere Turmfalke“, weiß Ulrich Kamp. Und was landet auf dem Speiseplan des Mäusebussards? Der Greifvogel bevorzugt kleine Nager und Säugetiere bis Kaninchengröße oder Kleinvögel. Aber auch Regenwürmer, Insekten oder auch Aas – z.B. als Unfallopfer an Straßen – werden gerne genommen.

Farbe des Gefieders ist äußerst variabel

Der Mäusebussard ist flexibel, was die Wahl eines geeigneten Habitats angeht. Zur Brut wählt er gerne Feldgehölze, Waldränder, Alleen oder Einzelbäume, in denen er sein Nest baut. Er benötigt offene Flächen wie Schneisen oder Lichtungen in Wäldern oder Felder, auf denen er jagen kann.

Und noch eine Besonderheit zeichnet den Vogel aus, wie Ulrich Kamp zu berichten weiß: „Seine Farbe ist äußerst variabel, es gibt ganz helle – fast reinweiße – Exemplare, auch ganz dunkle Vogel sind möglich und jegliche Färbung dazwischen, sogar in einem Gelege sind solche Farbunterschiede bei einer Brut möglich.“

Der Steckbrief des Mäusebussards

  • Der Mäusebussard (Buteo buteo) ist ein Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen und der häufigste Vertreter dieser Familie in Mitteleuropa. Er ist mittelgroß und kompakt, ca. 51 bis 57 Zentimeter lang und hat 113 bis 128 Zentimeter Flügelspannweite. Die Flügel sind relativ breit, der relativ kurze Schwanz ist am Ende abgerundet.
  • Der Mäusebussard gilt als nicht gefährdet.
  • Er ist vergleichsweise ruffreudig. Gerade im Flug hört man in der Balzzeit ein abfallendes „hii-äääh“. Der Warnruf ist ein etwas schärferes „pii-ääh“.
  • Mäusebussarde sind hierzulande überwiegend Standvögel. Populationen aus Skandinavien ziehen als Kurzstreckenzieher teilweise nach Mitteleuropa.
  • Wegen ihrer verhältnismäßig großen Reviertreue können Brutpaare ein Leben lang zusammenbleiben. Mäusebussarde können bis zu 26 Jahre alt werden.

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