Hoffen auf Regen in der Haard

Hohe Waldbrandgefahr – Oer-Erkenschwicker und Dattelner sollten wachsam sein

Das schöne Wetter der letzten Wochen hat auch seine Schattenseiten, die allgegenwärtig sind. Nicht nur Pflanzen im heimischen Garten sind verdorrt. Auch die Waldbrandgefahr in der Haard bleibt hoch.
Diplom-Forstwirt Karlheinz Schlott  lehnt sich in der Haard an einen Baum.
Diplom-Forstwirt Karlheinz Schlott, Fachbereichsleiter für den Land- und Forstwirtschaftlichen Betrieb bei RVR Ruhr Grün, hofft auf einen kräftigen Regenschauer, der auch den Waldboden erreicht. © Meike Holz

Ein Funke kann ein Inferno auslösen. Nicht nur in den USA, in Spanien oder Griechenland, wo sie alljährlich gegen große Waldbrände ankämpfen müssen. Die Gefahr ist auch hierzulande allgegenwärtig, betont Forstwissenschaftler Karlheinz Schlott. Der Fachbereichsleiter des Regionalverbandes Ruhr (RVR) Ruhr Grün verweist auf die Waldbrände in Lüdenscheid oder Haiger-Dillenburg im Lahn-Dill-Kreis, die in den vergangenen Tagen in den Schlagzeilen waren.

Eine Region, die eigentlich auf der regenzugewandten Seite des Rothaarkamms liegt, ist derart ausgetrocknet, dass ein Feuer leichtes Spiel hat. Und das versetzt Karlheinz Schlott und seine Kollegen in der Haard und Hohen Mark in Alarmbereitschaft. Feuerwachtürme, wie der Farnberg in Oer-Erkenschwick, sind besetzt. Brandwächter beobachten aufmerksam die Region.

Waldbesucher sollen Verhaltensregeln einhalten und aufmerksam sein

Gleichzeitig bittet der Forstwissenschaftler Waldbesucher um Mithilfe. Einerseits sollen sie sich unbedingt an die Verhaltensregeln halten: Grillen und das Rauchen im Wald sind verboten, Glasflaschen sollten nicht liegengelassen werden, da Scherben wie ein Brennglas wirken und ein Feuer entfachen können. Andererseits bittet Karlheinz Schlott um erhöhte Wachsamkeit. „Brandgeruch ist früher wahrzunehmen als die Rauchsäule von den Feuerwachtürmen aus“, sagt er.

Ein Feuerwehrmann kämpft bei einem Waldbrand gegen die  Flammen an (Symbolbild)
Das gilt es zu verhindern: Die Waldbrandgefahr ist aktuell in der Haard sehr hoch. © dpa

In diesem Fall soll umgehend die Feuerwehr alarmiert werden, damit möglichst schnell gehandelt und Schlimmeres verhindert werden kann. An einigen Stellen in der Haard sind daher sogenannte Standort-Punkte ausgewiesen, die die Einsatzkräfte zum genauen Ort lotsen können.

Förster Albert Oelmann verfolgt die aktuellen Nachrichten mit Sorgen. „Der Waldbrand in Südfrankreich hat eine Fläche vernichtet, die eineinhalbmal so groß ist wie die Haard“, sagt er. Für etwas Entspannung in dem Naherholungsgebiet zwischen Oer-Erkenschwick und Datteln könnte ein kräftiger Regenschauer sorgen, erklärt Karlheinz Schlott.

Regen, der nicht nur in den Baumkronen hängenbleibt, sondern auch den ausgedorrten Boden erreicht. Ihm pflichtet Förster Albert Oelmann bei. „Ein Regentag würde schon helfen.“ Niederschlag, der den trockenen Waldboden feucht werden lässt und das Risiko eines Flächenbrandes reduziert.

Drei Monate Dauerregen würden Grundwasserreservoir auffüllen

Das wäre aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. „Wenn es danach wieder ein paar Tage schönes Wetter gebe, wäre alles wieder vorher“, führt Oelmann fort. Weil es in diesem Jahr viel zu trocken ist und der Grundwasserspiegel sehr stark gesunken ist.

Wenn sich das Grundwasserreservoir auffüllen soll, „dann müsste es wochen- oder monatelang regnen“, berichtet Schlott. Gar drei Monate Dauerregen schätzt sein Kollege Albert Oelmann. „Aber das dürfte niemand wollen.“ Wohl aber ein paar Tage, um Mutter Natur etwas Erholung zu geben. Albert Oelmann hat den Wetterbeicht im Blick und stellt erleichtert fest: „Am Donnerstag soll es regnen.“

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