Ehrenplatz für die Urkunde - mit Video

Kurt Kerstings Verdienstkreuz hängt im TuS-Archiv in Oer-Erkenschwick

Das Archiv des mit rund 1.400 Mitgliedern größten Vereins der Stadt Oer-Erkenschwick ist nun um eine Attraktion reicher. Es ist das Bundesverdienstkreuz von Archivgründer Kurt Kersting.
Das Bundesverdienstkreuz samt der vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog unterschriebenen Ehrenurkunde des TuS-Archivgründers Kurt Kersting bekommt von Vereinsarchivar Peter Nitsche nun einen Ehrenplatz in den Archivräumen unter dem Willy-Brandt-Gymnasium in Oer-Erkenchwick. © Katja Wehrland

TuS-Archivar Peter Nitsche freut sich über ein weiteres wichtiges und wertvolles Stück Geschichte des TuS 09, des größten Vereins der Stadt Oer-Erkenschwick. Er bekam jetzt das Bundesverdienstkreuz samt der vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog unterschriebenen Ehrenurkunde des im Oktober 2009 im Alter von 95 Jahren verstorbenen TuS-Ehrenvorsitzenden und Archivgründers Kurt Kersting überreicht.

Überraschende Post aus Bielefeld für das Archiv in Oer-Erkenschwick

„Das war schon eine Überraschung, als ich Anfang Juli eine E-Mail aus Bielefeld erhielt“, berichtet Peter Nitsche bei einem Ortstermin im TuS-Archiv unter dem Willy-Brandt-Gymnasium in Oer-Erkenschwick. In Bielefeld hatte Kurt Kersting seinen Lebensabend verbracht. Sein Name ist untrennbar mit dem TuS 09 verbunden. Seit 1928 war Kersting dort Mitglied und bekleidete unterschiedliche Ämter vom Übungsleiter bis zum 2. Vorsitzenden. Ohne, dass er jemals 1. Vorsitzender war, wurde er am 6. November 1999 zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Würdiger Aufbewahrungsort für das Verdienstkreuz

Kersting-Enkel Michael Merkwitz hatte sich jetzt an Peter Nitsche gewandt. Seine Familie hatte beschlossen, das Bundesverdienstkreuz an das TuS-Archiv zu übergeben, um so einen würdigen Aufbewahrungsplatz sicherzustellen. „Der Großvater hätte das auch so gewollt“, schrieb Merkwitz an den TuS 09. Die Übergabe erfolgte dann für Peter Nitsche recht kurzfristig. „Herr Merkwitz hatte mich angerufen und stand wenig später vor der Tür.“

Kurt Kersting hat das Archiv in Oer-Erkenschwick gegründet

Das Bundesverdienstkreuz ist auch deshalb für das Vereinsarchiv von großer Bedeutung, weil Kurt Kersting Gründer des TuS 09-Archivs war und die „Erinnerungsstätte“ selbst bis zum 24. Februar 2000 geführt und dabei zahlreiche Erinnerungsstücke zusammengetragen hat. Zunächst war das Archiv in den Räumlichkeiten der Volkshochschule an der Stimbergstraße 169 untergebracht. Wegen des Umbaus der VHS wurde der Archivraum im August 1993 in das Willy-Brandt-Gymnasium verlegt und dort am 2. Februar 1994 durch den damaligen Bürgermeister Clemens Peick eröffnet. Kurt Kersting wurde schließlich nach zahllosen weiteren Ehrungen im Juli 1997 mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland durch den damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog ausgezeichnet.

„Das Verdienstkreuz samt Urkunde wird einen Ehrenplatz im Archiv bekommen“, sagt Peter Nitsche. In den Räumlichkeiten unter dem Gymnasium in Oer-Erkenschwick gibt es bereits eine Kurt-Kersting-Ecke. Auch viele der bunten Fahnenbänder von Deutschen Turnfesten gingen auf den begeisterten und guten Turner Kurt Kersting zurück.

Wertvollste Archivalie ist das Gründungsprotokoll des Sportvereins

Seit Mai 2010 fungiert Peter Nitsche als Archivar des TuS 09, nachdem das Amt einige Jahre unbesetzt war. Eigentlich war der 71-Jährige ein Judo-Sportler beim KSV 20, wechselte aber mit seiner Familie vor 32 Jahren in die Leichtathletikabteilung des TuS 09. Als Kampfrichter für den Deutschen Leichtathletikverband hatte sich der frühere technische Telekom-Beamte viel mit Statistik befasst und hat kurze Zeit nach seiner Pensionierung das Archivar-Amt übernommen. Wertvollste Archivalie ist das Gründungsprotokoll des Vereins vom 4. August 1909. Erster Vorsitzender wurde Bernd Kellerhoff. Heute wird der Verein von Frank Kaiser geführt, dem nunmehr 20. Kellerhoff-Nachfolger.

Zeitungsberichte sind dem Archivar in Oer-Erkenschwick besonders wichtig

„Es ist wichtig, das Vergangene zu bewahren“, sagt Nitsche, der sich besonders über Berichte in der Stimberg Zeitung über den TuS 09 freut. „Die hefte ich besonders sorgfältig ab, weil sich damit die Ereignisse eines Jahres bestens nachverfolgen lassen“, meint Peter Nitsche.

Keine festen Öffnungszeiten

  • Das Archiv des TuS 09 befindet sich im Bunker-Keller des Willy-Brandt-Gymnasiums an der Christoph-Stöver-Straße 4
  • Interessenten, auch Nichtmitglieder, können das Archiv jederzeit nach Terminabsprache mit dem Archivar Peter Nitsche (Telefon: 02368/52756) besichtigen.
  • Weit mehr als 1.000 Archivalien bezeugen die erfolgreiche Vereinsgeschichte. Darunter Urkunden und Fotos beispielsweise der Olympia-Teilnehmer Claudia Lokar (Läuferin/1996/Atlanta) und Claus Schiprowski, der bei den Spielen 1968 in Mexiko eine Silbermedaille im Stabhochsprung gewann. Nicht nur diese beiden Spitzensportler waren als Schüler und Jugendliche im TuS 09 Erkenschwick aktiv.
  • Peter Nitsche ist übrigens auf der Suche nach weiteren Archivalien. Wer noch Erinnerungsstücke vom TuS 09 in seinem Besitz hat und sie dem Archiv zur Verfügung stellen möchte, soll sich bei ihm melden.

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