Gedenken an Rolf Abrahamsohn und Deportation 1942 Saniertes Mahnmal enthüllt

Ein Mahnmal, flankiert von zwei Frauen mit israelischen Flaggen in den Händen.
Holocaust Gedenken auf dem jüdischen Friedhof mit Gedenken an Rolf Abrahamsohn. © Jörg Gutzeit

Einmal im Jahr zieht eine lange Prozession zum jüdischen Friedhof am Nordcharweg. Anfang November gedenken Stadt, Kreis und Jüdische Kultusgemeinde der Deportation von mehr als 200 Recklinghäuser Juden ins Getto nach Riga. 80 Jahre ist dies nun her.

Im vergangenen Dezember ist mit Rolf Abrahamsohn der letzte Überlebende dieser Deportation im Alter von 96 Jahren verstorben. Der Marler Abrahamsohn überlebte fünf Konzentrationslager. Und er baute die jüdische Gemeinde in Recklinghausen nach dem Zweiten Weltkrieg mit auf.

Beim Gedenktag am Sonntag, 6. November, konnten Gemeindevorsitzender Dr. Mark Gutkin und Kantor Isaac Tourgmann das frisch sanierte Mahnmal auf dem jüdischen Friedhof enthüllen. Landrat Bodo Klimpel spannte in seiner Rede einen Bogen in die Gegenwart mit wachsendem Antisemitismus und einem neuen Krieg mitten in Europa.

Auch das in Recklinghausen lebende Schauspielerpaar Christine Sommer und Martin Brambach trat ans Mikrofon. Am jüdischen Abschiedszeremoniell nahmen auch Rolf Abrahamsohns Sohn André teil und Manfred de Vries als ehemaliger Vorsitzender der Gemeinde.