1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Jüdische Gemeinde lädt im Jubiläumsjahr zu Veranstaltungen ein

Mit zehn Programmpunkten beteiligt sich die Jüdische Gemeinde Recklinghausen am bundesweiten Jubiläum „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Los geht‘s mit einem Konzert am 11. Juli.
Laden ein zum Jubiläumsjahr: Kantor Isaac Tourgman (l.) und Vorsitzender Mark Gutkin von der Jüdischen Gemeinde Recklinghausen. © Tobias Mühlenschulte

Anlässlich des Projekts „Jubiläumsjahr 2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ lädt die Jüdische Kultusgemeinde Recklinghausen alle Interessierten zu zehn Veranstaltungen ein. Kantor Isaac Tourgman und Vorsitzender Mark Gutkin stellten das Programmheft nun vor.

Konzerte im Ensemble, Quartett und Quintett

Den Start macht am Sonntag, 11. Juli, ein Konzertabend mit dem Ensemble „Asamblea Mediterranea“. Die sieben Musikerinnen und Musiker, die sich ursprünglich auf völlig unterschiedliche Musikstile spezialisiert hatten, arrangieren und komponieren ihre Musik aus Melodien und Texten der Juden in Spanien, Nordafrika, in der Türkei und Griechenland, die über Generationen überliefert wurden. Das Konzert im Saal der Jüdischen Gemeinde (Am Polizeipräsidium 3) beginnt um 17 Uhr.

Musikalisch weiter im Jubiläumsprogramm geht es am Sonntag, 1. August. Dann gastiert das Quartett „The Klezmer Tunes“ im Gemeindesaal. Die Gruppe interpretiert mit Klarinette, Akkordeon, Violine und Gitarre Klezmer mal klassisch, mal modern. In ihre Musik lassen sie auch gerne Jazz, Funk, Gypsy, Bossa Nova und Rock’n’Roll einfließen. Los geht’s um 17 Uhr.

Das Quintett „Sistanagila“ setzt den musikalischen Veranstaltungskalender am Sonntag, 12. September, um 17 Uhr im Saal der Jüdischen Gemeinde fort. Die in Berlin lebenden israelischen und iranischen Musiker zelebrieren ihren Dialog in Noten. Sie spielen jahrhundertealte jüdische und iranische Musiker und bedienen sich folkloristischer und religiöser Melodien aus Klezmer, sephardischer und traditionell persischer Musik sowie modernen und klassischen Kompositionen.

In der Christuskirche an der Limperstraße findet am Sonntag, 5. Dezember, das Orgelkonzert mit Viola und Chor „Shalom – Kirche trifft Synagoge“ statt. Paul Kayser und Semjon Kalinowski spielen Werke von etwa Max Bruch, Ernest Bloch und Louis Lewandowski, dazu singt das Vocal-Ensemble der Jüdischen Kultusgemeinde. Beginn ist um 15 Uhr. Im Anschluss lädt die Gemeinde zur gemeinsamen Chanukka-Feier in die Synagoge ein.

Vorträge über Sport, Geschichte und das jüdische Leben

Sportlich wird es am Montag, 4. Oktober. Dann hält Alon Meyer den Vortrag „Bedeutung des Sports im Judentum“. Meyer ist Vorsitzender des TuS Makkabi Frankfurt und Präsident von Makkabi Deutschland. Erst im Mai hatte er dem Sender Sky-Sport ein Interview zum Thema „Antisemitismus im Sport“ gegeben. Wo der Vortrag stattfindet, ist noch ungewiss. „Wir arbeiten daran, es soll etwas Großes werden“, sagt Gemeinde-Kantor Tourgman.

Am Vortrag mit Uri Kaufmann, dem Leiter der Alten Synagoge in Essen, steht noch ein kleines Fragezeichen. Geplant ist, dass Kaufmann am Dienstag, 26. Oktober, einen Überblick über „Jüdisches Leben in Westfalen und Deutschland“ gibt.

Mit gleich zwei Vorträgen füllt Matthias Kordes, Leiter des Stadt- und Vestischen Archivs Recklinghausen, den Veranstaltungskalender im Jubiläumsjahr. Am Donnerstag, 11. November, referiert er zum Thema „Der Patriotismus der deutschen Juden im Ersten Weltkrieg“. Darin geht Kordes der Frage nach, wie sich das Verhältnis der deutschen Juden zum Kaiserreich und zum Krieg ab 1914 gestaltete und welche Entwicklung der deutsche Antisemitismus im und nach dem Ersten Weltkrieg nahm. Noch weiter zurück geht der Archiv-Leiter am Mittwoch, 1. Dezember. Dann skizziert er die Entwicklung des mitteleuropäischen Judentums im 15. und 16. Jahrhundert.

Abrahamsfest und jährliches Gedenken

Die Eröffnung des Abrahamsfests am Sonntag, 19. September, steht unter dem Motto „Utopien in Krisenzeiten – gemeinsam unterwegs“. Dazu gibt es kreative Darbietungen aus den drei abrahamitischen Religionen (Christentum, Islam, Judentum).

Das jährliche Gedenken an die Deportation jüdischer Bürgerinnen und Bürger aus Recklinghausen nach Riga findet am Sonntag, 7. November, um 11.30 Uhr auf dem Jüdischen Friedhof am Nordcharweg statt.

Weil die Corona-Schutzverordnung voraussichtlich nur eine begrenzte Anzahl von Gästen zulässt, ist eine verbindliche Anmeldung unter Tel. 02361/ 15136 erforderlich. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen gibt die Jüdische Gemeinde telefonisch oder nach einer E-Mail an jkg_re@gmx.de.

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