Ältestes Haus Recklinghausens wird 500 Jahre alt: Verein organisiert Führungen

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Runder Geburtstag: Der „Gravemanns Hof“ (Bildmitte) ist das älteste erhaltene weltliche Gebäude in Recklinghausen. © Tobias Mühlenschulte
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Wer glaubt, er oder sie wohne in einem Altbau, war vermutlich noch nicht in dem rötlichen Fachwerkhaus an der Kunibertistraße in der Recklinghäuser Altstadt. Das Haus mit der Nummer 16 wurde vor genau 500 Jahre errichtet. Der „Gravemanns Hof“ gilt als der älteste erhaltene Profanbau (weltliche Bau) in Recklinghausen. Die Kirche St. Peter ein paar Schritte weiter ist noch etwas älter.

Wo früher Leute in einfachen Verhältnissen lebten, können sich Kunden heute mit Hemden und anderen Textilien eindecken. Der Verein für Orts- und Heimatkunde möchte den runden Geburtstag des „Gravemanns Hofs“ in den kommenden Tagen mit mehreren öffentlichen Führungen begehen. Michael Wehling führt die Besucher am Mittwoch (31.8.) ab 15 Uhr um das geschichtsträchtige Haus. Arno Straßmann übernimmt die zweite Führung am Samstag (3.9.) um 10.30 Uhr. Treffpunkt ist jeweils am Haus an der Kunibertistraße 16. Dabei geht es stets auch generell um die Fachwerk-Architektur in Recklinghausen.

Außerdem hat der Verein für Orts- und Heimatkunde in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing ein Faltblatt erstellt. Der Flyer ist in der Tourist-Information an der Martinistraße 5 sowie im Institut für Stadtgeschichte an der Hohenzollernstraße 12 und auch vor Ort erhältlich.

Vier Männer und eine Frau stehen vor einem Fachwerkhaus und halten Faltblätter in den Händen.
Der Gravemanns Hof ist das älteste erhaltene weltliche Gebäude in Recklinghausen. Mitglieder des Vereins für Orts- und Heimatkunde veranstalten Führungen. Auch die Mieter machen mit (v.l.) : Werner Koppe, Georg Möllers, Michael Wehling, Ina Peterhardt ( Firma Walbusch) und Arno Straßmann. © privat

Verheerender Stadtbrand zerstört im Jahr 1500 etliche Häuser

Die Entstehung des „Gravemanns Hofs“ führt zurück zu einer Zäsur in der Geschichte der Recklinghäuser Altstadt. Im Jahr 1500 fiel ein Großteil der Gebäude dem verheerenden Stadtbrand zum Opfer. Der Bau des Fachwerkhauses an der Kunibertistraße fällt in die Zeit des Wiederaufbaus. Die Vorgängerbauten an gleicher Stelle sind nach Informationen des Vereins für Orts- und Heimatkunde durch urkundliche Erwähnungen zurück bis ins Jahr 1332 belegbar. Demnach war das „Haus am Graben“ jahrhundertelang gegenüber den Äbtissinnen des Damenstifts Essen abgabepflichtig. „Als Recklinghäuser können wir stolz sein auf die stattliche Reihe denkmalgeschützter Häuser“, sagt Georg Möllers, Vorsitzender des Vereins für Orts- und Heimatkunde.“

Und Stadtmarketing-Chef Georg Gabriel meint: „Das Interesse an unserer historischen Altstadt ist groß. Sie ist ein Alleinstellungsmerkmal im Ruhrgebiet.“

Auch die Firma Walbusch feiert den runden Geburtstag als Mieter des Hauses mit. Sie präsentiert Fotos und Dokumente. Die Teilnehmer der Führungen erhalten zudem ein kleines Begrüßungsgeschenk.

Die Teilnahme an den Führungen ist kostenlos.