Nach 60 Jahren: Grubensteiger erinnern sich an ihre Zeit auf der Zeche

Abschied vor 60 Jahren: die Bergschüler der Klasse 45a in Recklinghausen. © privat
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Das Bergwerk „Prosper Haniel“ in Bottrop schloss 2018 als letzte deutsche Steinkohlenzeche seine Tore. Mit ihr endete nicht nur eine lange Historie des Bergbaus im Ruhrgebiet, auch der Beruf des traditionellen Grubensteigers war damit Vergangenheit. Trotzdem lebt die Erinnerung an die gute Gemeinschaft heute noch weiter. Das zeigte sich einmal mehr bei einem besonderen Wiedersehen: dem Treffen der Klasse 45a der ehemaligen Bergschule im Kolpinghaus. Die Männer machten ihren Abschluss vor 60 Jahren!

Die verbliebenen Kumpel der Klasse 45a (v.l.): Theo Göddenhenrich, Ortwin Tadeusz, Jürgen Herrmann, Werner Kunze, Klaus-Dieter Scholz, Friedhelm Schnatmann, Heinz Kristeleit und Horst Schrimpf. © Kilian Warmer

Von den damals 26 Schülern sind heute noch acht übrig. Sie sind alle 84 Jahre oder älter. „Einige sind bereits verstorben, andere konnten nicht kommen. Manche haben während der Bergbaukrise den Beruf gewechselt, da haben wir leider den Kontakt verloren“, berichtet Horst Schrimpf, der ehemalige Klassensprecher. Auch er betont, dass die Kameradschaft mehr als ein schönes Klischee gewesen sei. „Der Zusammenhalt war natürlich überall vorhanden, aber in unserer Klasse besonders stark. Wenn ich anderen erzähle, dass wir uns seit 60 Jahren treffen, sind die immer wieder erstaunt. Ich kenne keine Klasse, die eine solche Gemeinschaft hatte.“

Das letzte Mal sahen sich die Kumpel 2019. In den vergangenen zwei Jahren musste das Treffen coronabedingt ausfallen. „Wir haben mittlerweile alle unsere Zipperlein und wohnen nicht mehr in Recklinghausen. Trotzdem kommen wir immer wieder zusammen“, erzählt Heinz Kristeleit stolz.