Autobahn-Brücke

Sprengung der A45-Brücke bei Lüdenscheid: Bewerber müssen explosive Erfahrungen vorweisen

An die Bewerber, die die A45-Talbrücke Rahmede sprengen wollen, werden hohe Anforderungen gestellt. Die Ausschreibung zeigt, wie anspruchsvoll das XL-Projekt an der wichtigen Verbindung ist.
Die Talbrücke Rahmede bei Lüdenscheid (Aufnahme mit einer Drohne).
Die Talbrücke Rahmede bei Lüdenscheid soll gesprengt werden. Doch noch sucht der Bund nach einem Unternehmen für das große Vorhaben. © picture alliance/dpa

Für die Sprengung der maroden Autobahnbrücke Rahmede an der A45 bei Lüdenscheid läuft die Ausschreibung noch bis Ende Juli. Die Auflistung der Aufgaben und die erwarteten Qualifikationsnachweise zeigen, wie anspruchsvoll und gewaltig das Vorhaben ist.

Die ausgeschriebenen Leistungen umfassen die Sprengung des Bauwerks mitsamt des dafür erforderlichen Rückbaus der Brücke von 1986. Die ist gut 450 Meter lang und 70 Meter hoch, wie es in der öffentlichen Bekanntmachung der Autobahn des Bundes heißt. Als Dauer wird eine Laufzeit von 156 Tagen angegeben, die nicht verlängert werden könne.

Brücke soll im Dezember gesprengt werden

Die Brücke soll nach bisheriger Planung im Dezember gesprengt werden. Bewerber müssen mindestens drei Sprengungen nachweisen – und zwar von Brücken, die länger als 250 Meter und höher als 50 Meter waren. Die Angebote müssen bis zum 27. Juli vorliegen, bis Ende August soll eine Entscheidung fallen.

Zu den aufgelisteten anstehenden Aufgaben gehören etwa die Herstellung von vielen hundert Metern Rohrleitungen aus Beton und Kunststoff. Rund 40.000 Quadratmeter abgeholzte Waldfläche muss gerodet, eine Böschung ausgehoben und abgetragen werden. In gewaltigen Mengen sollen Baustoffe geliefert werden – für Fallbetten, in die die gesprengte Brücke weich hinabsinken soll. Große Mengen Stahlbeton sind abzubrechen und zu verwerten, ebenso Stahlschutzplanken und Geländer.

Brücke liegt in „fast alpinen Gelände“

Laut Autobahn GmbH ist die Sprengung eine große Herausforderung, da das Bauwerk in einem „fast alpinen Gelände“ liegt. Zudem befinden sich unterhalb der Brücke in unmittelbarer Nähe Wohnhäuser und Unternehmen. Die seit Anfang Dezember 2021 gesperrte Brücke an der Sauerlandlinie unterbricht eine deutschlandweit wichtige Nord-Süd-Verbindung.

dpa

Der Abend in Marl

Täglich um 18:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.