WEG-Urteil: Wohnungseigentümer zahlen gemeinschaftlich - auch für fremde Wohnungen

Ein Mann schaut sich mit einer Maklerin eine Wohnung an
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat ein wichtiges Urteil für Wohnungseigentümer gefällt. © picture alliance/dpa/dpa-tmn
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Einer für alle, alle für einen: Bei mehreren Wohnungseigentümern haftet die Gemeinschaft, auch wenn der Schaden nur eine Wohnung betrifft. Das hat der Bundesgerichtshof nun exemplarisch an einem Fall aus Köln entschieden – und begründet.

Wohnungseigentümer können verpflichtet sein, einen Schaden in der Anlage gemeinschaftlich mit zu bezahlen, der nur eine einzige fremde Wohnung betrifft. Eine solche Regelung bei der Gebäudeversicherung sei grundsätzlich rechtmäßig, urteilte der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am Freitag.

Höhere Selbstbeteiligung: Alle profitieren

Eine höhere Selbstbeteiligung bedeute niedrigere Versicherungsbeiträge, und davon profitierten alle. Also müssten auch alle gemeinsam die Kosten tragen. Nach der Entscheidung der Karlsruher Richter gilt auch nichts anderes, wenn der Selbstbehalt wegen ungewöhnlich häufiger Schäden zwangsweise so hoch angesetzt ist: Auch dann hätten alle etwas davon, dass die Anlage überhaupt versichert sei. (Az. V ZR 69/21)

Eine Wohngebäudeversicherung tritt ein, wenn ein Haus beschädigt oder ganz zerstört wird. Abgesichert sind üblicherweise Schäden durch Leitungswasser, Feuer und durch Naturgefahren wie Sturm und Hagel.

Eigentümer aus Köln hatten geklagt

Im konkreten Fall ging es um eine große Anlage in Köln mit sehr vielen kleineren Wohnungen und einer großen Gewerbeeinheit. In den Wohnungen treten wegen mangelhafter Leitungen sehr oft Wasserschäden auf. Die Eigentümer der Gewerbeeinheit müssen wegen ihres hohen Flächenanteils besonders viel zahlen, obwohl sie nach eigenen Angaben noch nie einen Wasserschaden hatten.

Ein anderer Verteilungsschlüssel könnte laut BGH gerechtfertigt sein, falls es bauliche Unterschiede gibt. Das Kölner Landgericht muss das nun noch einmal prüfen.

dpa/akg