Persönliches

AirDrop, Bluetooth und Co.: Abschied vom Kabelsalat

Wer in den 90ern geboren wurde, hat als Teenager die Anfangszeiten von Chatportalen und langwierigen Datenübertragungen mitgemacht. Heute geht das natürlich einfacher - ganz ohne Kabel.
Früher waren Kabel in sämtlicher Ausführung immer dann nötig, wenn man Dateien von A nach B ziehen wollte. Die Zeiten sind größtenteils vorbei. © Karolina Grabowska von Pexels

Wer wie ich mit der Digitalisierung quasi aufgewachsen ist und viele Stunden mit chatten über ICQ, MSN und Knuddels verbracht hat, der kann sich noch gut an die Umständlichkeit der Datenübertragung erinnern. Besonders über die Chat-Räume hat das Schicken von Dateien manchmal ewig gedauert.

Aber wie sah die Alternative aus? Man hat stattdessen seine ganze Festplatte und das notwendige Kabel mitgebracht und die gewünschten Dateien so von A nach B geschoben – aber natürlich niemals ohne die Schwierigkeit, dass entweder die Festplatte nicht erkannt wurde, das Kabel oder die Anschlussstelle einen Wackelkontakt hatten oder aber die Speicherkapazität für den Transfer nicht ausreichend war. Es funktionierte, aber es war fürchterlich umständlich und hat fast so viele Nerven gekostet, wie etwas auszudrucken.

Musikalben müssen nicht mehr selbst digitalisiert werden

Für Bluetooth musste man damals noch die Handys gefühlt direkt nebeneinander halten, damit eine Übertragung möglich war. Heute ist das alles einfacher geworden. Die meisten Dateien, die eine Rolle spielen, haben wir eh in einer Cloud gespeichert und die sind mit einer stabilen Internetverbindung immer erreichbar.

Die Massen an Musikalben, die man irgendwann mal von seinen CDs digitalisiert hat, findet man nun auf den einschlägigen Streaming-Diensten. Es gibt kaum noch Dateien, die von A nach B transferiert werden müssen und wenn, macht man das heutzutage mit WeTransfer und Co.

Auch die Bluetooth- und AirDrop-Dienste sind besser geworden. Mehr als zehn Dateien gleichzeitig zu verschicken, kein Problem mehr.

Zeit, die Kabelkiste auszulöschen

Vielleicht wird es jetzt endlich mal Zeit, mich an meine Kabel-Schublade zu wagen und diese auszusortieren. Dort drin finden sich die USB-Anschlüsse der letzten 15 Jahre und die verschiedenen Apple-Ladekabel dazu. Von ganz breit, zu ganz schmal, Mini-USB und USB-Typ A habe ich jeden Stecker in meiner Schublade, den man sich vorstellen kann.

Durch Bluetooth, Cloud-Dienste und AirDrop haben sie fast alle ihr Daseins-Berechtigung verloren. Ihr Schicksal ist es nun schon seit Jahren, ineinander verschlungen in der Schublade zu liegen und auf den glorreichen Tag zu warten, an dem doch noch mal jemand Daten mithilfe von USB auf meinen Rechner transferieren möchte.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass dieser Tag noch mal kommt. Und so heißt es Abschied nehmen Brüder. Ihr habt mir und dem Rest der Welt treu gedient, doch Eure Tage sind so gut wie vorbei.

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