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Malen mit flüssigen Farben

Acry-l, Öl- und Aquarell-Farben werden alle flüssig aufgetragen und dennoch könnten die Ergebnisse nicht unterschiedlicher sein. Bella stellt Euch die drei Techniken vor.
Malen mit flüssigen Farben kann je nach Art und Konsistenz der Farbe unterschiedliche Schwierigkeitsgrade annehmen. © pixabay.de

Die Kunst der klassischen Malerei ist vielfältig und birgt allerlei Materialien um Werke verschiedenster Art zu schaffen. Vincent van Goghs „Sternennacht“ oder auch Leonardo Da Vincis „Mona Lisa“ wurden mit Öl und Pinsel abgebildet. Katsushika Hokusai setzte bei seinem Gemälde „Die große Welle vor Kanagawa“ wiederum auf Tinte, während Paul Klee oder auch August Macke bei den Werken ihrer Tunis-Reise häufig Aquarellfarbe präferiert haben.

Die Devise lautet: Ausprobieren

Zur damaligen Zeit war die Wahl der Materialien natürlich auch davon abhängig, welche Substanzen dem Künstler gerade zur Verfügung standen – heutzutage sieht das ganz anders aus und die Auswahl an Farben ist meist unerschöpflich. Und nicht nur das: Auch der Untergrund kann nach Bedarf gewählt werden: ob es nun die Leinwand, Holz oder Papier werden soll.

Ich selbst versuche mich unglaublich gerne an der Auswahl all dieser verschiedenen Materialien und bin immer wieder erstaunt, wie unglaublich breit und vielfältig das Feld der Malerei aufgestellt ist. Auch die oben genannten Künstler probierten sich aus und legten sich nur selten auf eine gewisse Technik fest – was auch bei dieser riesigen Auswahl viel zu schade wäre. Im Folgenden möchte ich all denen unter die Arme greifen, die schon immer mal überlegt haben mit dem Malen anzufangen, sich aber nicht sicher sind, wie dieser Anfang aussehen soll.

Für den Einstieg: Aquarellfarbe probieren

Als guten Einstieg wird von vielen die Aquarellmalerei auf (Aquarell-)Papier bezeichnet. Die Farben trocknen schnell, wodurch man spontan und zügig ein Werk erschaffen kann. Nach ein paar Pinselstrichen begreift man relativ schnell die Beziehung, die Wasser und Farbe eingehen und kann loslegen. Außerdem eignen sich Aquarellfarben für den abstrakten Stil, aber auch für detaillierte Werke – ob man nun das Leben, die Natur oder Gegenstände abbilden möchte: Vielfältige und auch nicht-realistische Techniken bieten die Aquarellfarben viele. Und egal, für welchen Stil man sich entscheidet: am Ende entsteht ein fließendes und individuelles Ergebnis.

Dieses Bild von den Beatles hat Bella mit Acrylfarben gezeichnet. © Isabella Nauen © Isabella Nauen

Viele berühmte Maler lieben Acrylfarbe

Acryl ist die einfacher anzuwendende Alternative zur Ölfarbe. Acryl trocknet je nach Farbauftrag innerhalb weniger Momente, wodurch unerwünschte Elemente ausgebessert und unter einer erneuten Schicht Farbe verschwinden können. Zudem ist die Substanz körperloser als Öl und kann unteranderem gut für flächige Werke verwendet werden. Acrylfarbe ist vielseitig und bei vielen berühmten Malern sehr beliebt – dabei ist die Farbe noch eine junge Kunst, die erst in den 50ern entwickelt wurde und anfangs gar nicht für die künstlerische Malerei eingesetzt wurde. Roy Lichtenstein und Andy Warhol prägen die Acrylmalerei mit ihren beeindruckenden Werken bis heute und haben mit der Farbe einen bis dato unbekannten Stil erschaffen.

Diese Szene aus Harry Styles’ Musikvideo zu “Falling” hat Bella mit Öl-Farben gezeichnet. © Isabella Nauen © Isabella Nauen

Ölfarbe: Intensivste Farben, aber Monate der Geduld

Die Ölmalerei ist ein bewährter Klassiker der Kunstgeschichte – Monet, Van Gogh, Munch und viele mehr nutzten sie und erschufen einige der eindrucksvollsten Gemälde der Menschheitsgeschichte. Und auch, wenn vor einigen Jahrhunderten die Auswahl an Farben noch eingeschränkter war, hat sich die Ölfarbe über Epochen hinweg bewiesen. Das Material hat eine langsame Trocknungsdauer, wodurch Bildkorrekturen auch noch nach Tagen vorgenommen werden können und ein sehr genaues Arbeiten ermöglicht.

Für dieses Portrait von Harry Potter hat Bella Aquarall-Farben verwendet. © Isabella Nauen © Isabella Nauen

Ölfarben beeindrucken durch ihre Intensität

Nachteilig an dieser langwierigen Trocknung ist natürlich, dass die Fertigstellung einige Zeit beansprucht und sich bis zu mehreren Monaten ziehen kann. Hinzukommt, dass Ölfarben und das Terpentin zum Auswaschen der Pinsel sehr geruchsintensiv sind und eine gute Lüftung dringend erfordern. Letztendlich lohnt es sich aber, all dies in Kauf zu nehmen, denn Öl beeindruckt mit einer hohen Farbintensität und kann pastos (dickflüssig) oder lasierend (verdünnt) aufgetragen werden.

Für welches Material man sich auch entscheiden mag, Kunst zu erschaffen ist einfach ein wunderschöner und befreiender Prozess – und hinterlässt dazu auch noch eine bleibende Erinnerung in Form eines Kunstwerkes!

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