Urlaub

Mit dem Bulli durch Deutschland: Teil 2

Annas Deutschland-Roadtrip führt nach einigen Stopps nahe der Heimat nun nach Baden-Württemberg und Bayern. Hier warten tolle Naturschauspiele, aber leider auch ein paar Bulli-Probleme.
Ein Roadtrip ist keinesfalls mit einer Pauschalreise zu vergleichen. Jeden Tag aufs Neue muss ein neuer Schlafplatz gefunden werden. Das kann Probleme mit sich bringen, weiß auch Anna. © pixabay.de

Der zweite Teil meines Deutschland-Roadtrips startet in Baden-Württemberg. Nach einiger Zeit in der Natur hatten wir Lust auf eine Stadt und haben beschlossen, meinen Cousin in Heidelberg zu besuchen. Am Neckar findet man über die park4night App einen Bereich, an dem das Übernachten am Straßenrand geduldet wird. Morgens kommt sogar ein „Coffee Bike“ vorbei und bis in die Altstadt ist es nicht weit. Wir hatten Fahrräder dabei und brauchten 5-10 Minuten.

Tagestrip in die urige Altstadt von Heidelberg

Heidelberg bietet sich perfekt für einen eintägigen Städte-Trip an. Rund um die Hauptstraße in der Altstadt spielt sich der Großteil des Geschehens ab. Es gibt zahlreiche Cafés, Bars, Restaurants und Geschäfte und die Häuser sind wahnsinnig süß. Auf dem Weg zur alten Brücke gibt es außerdem richtig gutes Eis. Alles Alte an Heidelberg wirkt sehr urig und gemütlich und die historische Altstadt kann mit denen aus Südeuropa gut mithalten. Richtig schön fand ich auch, dass man, wenn man die alte Brücke überquert, auf der andern Seite des Neckars den Philosophenweg entlangwandern kann, von dem man einen wunderbaren Blick auf die Stadt hat.

Bei diesem traumhaften Ausblick können wir sofort verstehen, warum Anna zum Heidelberg-Fan geworden ist. © privat © privat

Irgendwo im Nirgendwo im Schwarzwald haben wir dann einen Tag später meine Schwester und ihren Freund getroffen. Hier hat man es zwar nicht einfach, einen Stellplatz für die Nacht zu finden und mit dem Handyempfang wird es auch schwierig, dafür kann man aber gut wandern und hat es idyllisch. Wir waren in der Nähe vom Schluchsee, auf dem wir auch eine Runde Boot gefahren sind.

Nach Freiburg geht es auf zwei Rädern statt auf vier

Mitten aus dem Schwarzwald ging es wieder in die Zivilisation. In Freiburg hatten wir zum ersten Mal das Problem, dass unser 26 Jahre alter Bus nicht in die Umweltzone hineinfahren durfte. Zum Glück konnten wir stadtnah in einem Vorort parken und mit unseren Rädern in die Stadt fahren. Freiburg hat uns total gut gefallen! Besonders schön fand ich die kleinen Bachläufe, die sich durch die Stadt ziehen, das Café Hängemattenglück, in dem alle Kunden sich in Hängematten kuscheln können, und die Aussicht vom Schlossberg.

Ein echter Geheimtipp: Die Isteiner Schwellen

Und noch etwas für die Weinliebhaber unter Euch: Auch um Freiburg herum gibt es ganz tolle Weingüter und es lohnt sich, eine Weinprobe zu machen. Ein kleiner Geheimtipp in der Gegend sind die Isteiner Schwellen. Wer nur den Kölner Rhein kennt, der wird nicht schlecht staunen, wie wunderschön und klar das Wasser des Rheins hier ist. Auf den Felsen, die sich durchs Flussbett ziehen, kann man hervorragend picknicken oder abends bei Sonnenuntergang etwas trinken. Außerdem gibt es hier ein kleines bisschen Frankreich-Feeling, weil die Isteiner Schwellen direkt an der Grenze zu Elsass-Lothringen liegen.

Die Isteiner Schwellen in der Nähe der französischen Grenzen laden am Abend zum Verweilen ein. © Privat © Privat

Nachdem wir knapp an Frankreich vorbeigeschrammt sind, ging es an die Schweizer Grenze. Unser Ziel, der Alpsee im Allgäu, stellte uns erstmals vor ernsthafte Übernachtungsprobleme: Da die Region recht touristisch ist, gab es vermutlich Schwierigkeiten mit Wildcampern, sodass auf fast allen Parkplätzen, Einbuchtungen etc. Schilder angebracht worden sind , die das Übernachten verbieten. Gegen eine Spende durften wir spontan bei einem Bauern auf dem Hof übernachten.

Von Bayern gehts nach Ostdeutschland

Meine Highlights im Allgäu waren: die vielen kleinen Höfe, deren Kühe draußen in den Bergen standen und deren Produkte in kleinen Hofläden verkauft wurden und eine Wanderung entlang eines Wasserfalls in Nesselwang. Die Gegend um Schloss Neuschwanstein war uns wegen Corona zu touristisch, sodass wir von dort aus Richtung fränkische Schweiz aufgebrochen sind. Im Norden von Bayern haben wir uns noch Nürnberg angeschaut, es hat aber nicht so richtig geknistert zwischen uns und der Stadt.

Deshalb geht es im nächsten Bericht direkt mitten nach Ostdeutschland. Dieser Teil der Reise war für mich vielleicht der Spannendste, weil ich abgesehen von Ost-Berlin vorher noch nie dort gewesen bin.

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