Meinung

Was an Liebesfilmen wirklich nervt

Doreen schaut gerne Romanzen, stört sich aber an einer immer gleichen Sache: dem Aufbau eines Liebesfilms. Wenn es nach ihr geht, dürfte es ruhig mal um harmonische Beziehungen gehen.
Liebesfilme folgen häufig dem gleichen Schema. Das kann als Zuschauer schnell langweilig werden. © picture alliance/dpa/dpa-tmn

Eigentlich bin ich ein totaler Fan von Liebesfilmen, am liebsten so richtig schön romantisch. Doch es gibt ein paar Merkmale, die mich in letzter Zeit leider immer mehr an diesem Genre stören. Und: Nein, ich spreche nicht vom Kitsch, den finde ich nämlich sogar ganz klasse.

Jeder Liebesfilm hat doch meistens den gleichen Verlauf: Es gibt Person A und B. Beide mögen sich nicht. Dann lernen sie sich näher kennen. Verlieben sich. Irgendein Drama passiert. Sie distanzieren sich und wumms, am Ende sind sie wieder vereint. Jaja, das ewige hin und her der Liebesgeschichten.

Ewiges hin und her zerrt an den Nerven

Klar, ich kann verstehen, dass dieser Verlauf für „Spannung“ sorgen soll. Aber bitte, wir wissen doch alle, dass beide Personen sich am Ende ineinander verlieben. Darf es da dann nicht auch mal einen Film geben, der nur süß und kitschig ist? Wo auch mal alles nach Plan läuft?

Ich kämpfe zumindest immer mit mir während des Guckens, mich nicht komplett aufzuregen, wenn sich das potenzielle Paar dann doch wieder voneinander distanziert oder der herbeigesehnte Kuss die ganze Zeit ausbleibt.

Und für alle, die jetzt meinen, ein Film, in dem alles tipptopp liefe, sei total unrealistisch, da im echten Leben eine Beziehung auch nicht nach Plan läuft: Ja, in Ordnung. Aber Horrorfilme, in denen spukende Puppen durch die Gegend laufen, sind realistischer? Ich denke nicht.

Glückliche Zeit als Paar kommt zu kurz

Aber, ob etwas nun realistisch ist, oder auch nicht, ist ja gar nicht der Punkt, sondern, ob man es schön findet, den Film zu schauen. Und ich wäre ganz klar für einen Film, der einfach nur mal schön ist, ohne nerviges Drama.

Was dann aber noch die Krönung ist, und mich persönlich am meisten in meinem kitschliebenden Herz stört, sind die Enden. Ich finde es toll, dass sich die Protagonisten am Ende meist „unsterblich“ ineinander verlieben. Aber warum zeigen sie die Verliebten dann nur noch für eine knappe Minute und dann ist der Film schon vorbei?

Hoffnung auf bessere Filme

Ich meine: Hallo, ich habe mir doch nicht Euer ganzes Hin- und Her angesehen, nur damit ich Euch am Ende lediglich für eine Minute glücklich sehe. Das darf doch nicht wahr sein!

Ich wünsche mir, mehr davon zu sehen. Ein längeres Happy-End. Ich hoffe beim nächsten Dreh eines Liebesfilmes erhört man endlich meinen Wunsch. Bis dahin muss ich mich aber erstmal mit den bisherigen Hin-Und-Her-Schnulzen zufriedengeben. Wer weiß, vielleicht finde ich aber auch mal einen, der so ganz meinen Erwartungen entspricht.

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