75 Jahre SC Marl-Hamm: Am Anfang gab‘s weder Sportplatz noch Trikots

Sie gehen mit den Hammer Löwen seit Jahrzehnten durch dick und dünn: Eduard Lawitsch (2. von links) ist seit der Gründung dabei. Wilfried Salber (2. von rechts) gehört dem Verein seit 60 Jahren an. Vorsitzender Klaus Achtelik (l.) und Jugendleiter Dirk Erbling zollen Respekt.
Sie gehen mit den Hammer Löwen seit Jahrzehnten durch dick und dünn: Eduard Lawitsch (2. von links) ist seit der Gründung dabei. Wilfried Salber (2. von rechts) gehört dem Verein seit 60 Jahren an. Vorsitzender Klaus Achtelik (ganz links) und Jugendleiter Dirk Erbling zollen den beiden ihren Respekt. © AvS
Lesezeit

Der Sport-Club Marl-Hamm blickt in diesem Jahr auf eine 75-jährige Vereinsgeschichte zurück. Bei den im Rahmen der diesjährigen Stadtmeisterschaften geplanten Feierlichkeiten zum Jubiläum führte zum Leidwesen der Hammer die Corona-Pandemie die Regie. So musste die große Party im Anschluss an das Finale am Samstag ausfallen.

Gründungstag war der 5. Februar

Gründungstag des Vereins war der 5. Februar 1946. Auf der Amselstraße wurde damals der Sportverein Schwarz-Weiß Hamm-Bossendorf aus der Taufe gehoben. Erster Vorsitzender war Willi Billisch. Die Rolle des Geschäftsführers hatte Theo Leineweber inne. Für die Kasse war Heini Zimmermann verantwortlich.

„Die Liebe zum Fußball ist geblieben“

Im wahrsten Sinne des Wortes ein Kind der ersten Stunde ist der zu dieser Zeit 13-jährige Eduard Lawitsch. Das in Fußballerkreisen besser unter seinem Spitznamen „Epin“ bekannte Urgestein war als Spieler bei den Senioren und Alten Herren sowie später als Jugendtrainer und Schiedsrichter aktiv. Dafür wurde er von seinem Verein und dem Westdeutschen Fußball-Verband mehrfach ausgezeichnet.

Früher gab‘s Frauen-Handball

Lawitsch erinnert sich noch genau: „Nach Ende des Krieges kehrten viele Männer aus der Gefangenschaft zurück. Sie hatten vieles verloren, jedoch die Liebe zum Fußballsport war ihnen geblieben. Sie schlossen sich dem neu gegründeten Verein an. Karl Dobersek und Leo Danowski fungierten als Obmänner für die Senioren-Mannschaft. Mein Bruder Willi und Herbert Merke kümmerten sich um den Aufbau einer Jugendabteilung. Des Weiteren gab es auch noch eine Frauen-Handballabteilung.“

Fußballplatz in Eigenregie gebaut

Dem Klub fehlten zunächst die Grundvoraussetzungen. Es gab keinen Sportplatz und auch keine Kluft für die Kicker. Den Weg dazu machten die Gründungsväter in Eigenregie frei. An der alten Falkenstraße errichteten sie nach Feierabend einen Fußballplatz. Nach der Rodung wurde dort auf Natur-Waldboden gespielt. Umkleiden gab es in der Jugendkaue des nahe gelegenen Bergwerks Auguste Victoria.

Training ohne Schuhe

1947 startete Schwarz-Weiß Hamm-Bossendorf den offiziellen Fußballbetrieb in der zweiten Kreisklasse. Aber da gab es noch ein Problem zu lösen: Trikots waren seinerzeit nur schwer erhältlich und zudem auch kostspielig. Aus eingemotteten Fahnen aus der NS-Zeit nähten die Spielerfrauen kurzerhand die Kluften selbst.

Der Platz an der Falkenstraße fiel 1951 dem Ausbau der Waldsiedlung zum Opfer. Der neue Platz entstand in einem Birkenwaldgelände hinter der Gaststätte „Zur“ am Merkelheider Weg. Um den dortigen Rasen zu schonen, trainierte man ohne Schuhe. Diese Tatsache war für den Beinamen „Schwarz-Weiß Barfuß“ verantwortlich.

Zuhause in der ersten Kreisklasse

Bevor der „Feldweg“ 2008 die Heimat des Sport-Clubs wurde, trugen die Schwarz-Weißen ihre Heimspiele auf dem Zechensportplatz und dem Silvertplatz aus.

In der Saison 1954/55 gelang den aufgrund der Raubkatze im Vereinswappen gerne Hammer Löwen genannten Kickern nach 24 Spielen ohne Niederlage der Aufstieg in die erste Kreisklasse. Diese Liga blieb für viele Jahre die sportliche Heimat.

Bezirksliga-Aufstieg 1980

Nach der Fusion mit dem FC Zollverein zum SC Marl-Hamm im Jahre 1979 gelang bereits ein Jahr später unter Trainer Berthold Hutmacher der Aufstieg in die Bezirksliga. Das Gastspiel im überkreislichen Fußball war jedoch nur von kurzer Dauer. Bis heute gehört der SC Marl-Hamm zu den spielstarken Mannschaften der Kreisliga A.

Irgendwann soll es mal wieder hoch hinaus gehen

Bei den Verantwortlichen und den zahlreichen Freunden des Vereins hofft man aber auch weiterhin auf einen Aufstieg: Irgendwann soll es wieder hochgehen in die Bezirksliga.