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Außenseitersieg und Platzverweis beim Derby FC Marl gegen VfB Hüls

Das Bezirksliga-Derby zwischen dem FC Marl und dem VfB Hüls am ersten Spieltag der Saison hatte es in sich. Es fielen nur drei Treffer, aber es war spannend bis weit in die Nachspielzeit.
Im Derby gab es bis weit in die Nachspielzeit hinein viele packende Zweikämpfe zu sehen. Hier geht FCM-Offensivmann Niklas Baf (l.) am Hülser Evgenij Lakstankin vorbei. © Sebastian Schneider

Es war eine der entscheidenden Szenen in einem zwar nicht immer fußballerisch hochklassigen, aber vom Anfang bis zum Ende intensiven und spannenden Bezirksliga-Derby zwischen dem FC Marl und dem VfB Hüls vor rund 250 Zuschauern an der Hagenstraße: Evgenij Lakstankin, der den VfB nach einem Konter in Führung geschossen hatte, wurde von Schiedsrichter Masoud Hassan Khamo nach einer Behandlung außerhalb des Feldes genau in dem Moment wieder auf den Platz gewunken, in dem FCM-Keeper Sven Jürgens den Ball auf die linke Marler Seite zu Niklas Baf beförderte. Lakstankin überholte den nichtsahnenden Baf und zog in Richtung FC-Tor, ehe ihm Kim Völkel in die Parade fuhr.

Völkel Dreh- und Angelpunkt beim FCM

Völkel, bis dahin als stetiger Antreiber und Vorlagengeber Marls Bester, war schon mit der Gelben Karte vorbelastet, und jetzt schickte ihn der Unparteiische mit Gelb-Rot vom Platz (61.). Auf der anderen Seite konnte Lakstankin nicht weitermachen und wurde durch Andre Töppler ersetzt.

Grade hat Schiedsrichter Masoud Hassan Khamo Marls Kim Vöklel (r.) die zweite Gelbe Karte gezeigt, jetzt lästs er die Rote folgen.
Grade hat Schiedsrichter Masoud Hassan Khamo Marls Kim Vöklel (r.) die zweite Gelbe Karte gezeigt, jetzt lästs er die Rote folgen. © Sebastian Schneider © Sebastian Schneider

Nach dem Hülser Führungstreffer war das der zweite eindeutige Rückschlag für den FC Marl, der in dieser Saison erneut um die Meisterschaft mitspielen will. Nach dem Feldverweis wurde die ohnehin schon hektische Partie noch turbulenter. Schiri Khamo zeigte VfB-Einwechselspieler Dennis Kündig, der sich hinter dem Tor seiner Mannschaft warmmachte, nach dessen Wortgefecht mit Niklas Baf die Gelbe Karte (77.). Wenig später stürmte die FC-Bank schon jubelnd auf den Platz, als Kapitän Fabian Kudlek den Ball zum vermeintlichen Ausgleich ins Netz hinter VfB-Torhüter Nils Martens befördert hatte (84.), Khamo ließ den Treffer aber nicht gelten, weil Patrick Goecke den Ball zuvor mit der Hand gespielt haben sollte. Danach schickte der Schiedsrichter FCM-Betreuer Thorsten Gräsler hinter die Bande, weil er sich von ihm beleidigt fühlte. „Hinter der Bank standen Zuschauer, die auch hineingerufen haben“, sagte FC-Trainer Mani Mulai. Später mussten Ordner schlichten, als die Hülser Ersatzkräfte nach eigener Aussage von Zuschauern übel beleidigt worden waren.

In der Nachspielzeit fallen zwei Treffer

Nach 90 Minuten zeigte der Unparteiische sieben (!) Minuten Nachspielzeit an, was wiederum bei den Hülsern auf wenig Verständnis stieß. Sie erhöhten kurz darauf allerdings mit einem Konter über Kapitän Dominik Grams durch Marco Syska auf 2:0 aus VfB-Sicht (90.+5). Das war die Entscheidung, dem nach vorne beorderten Patrick Goecke gelang nur noch der Anschlusstreffer (90.+7).

Dabei hatte die Mannschaft von Mani Mulai gut begonnen und viel Druck auf die Hülser Gäste ausgeübt. Den Verlust des zum SC Marl-Hamm abgewanderten Stoßstürmers Yannick Goecke versuchten die Gastgeber durch Ahmed Bakare und Niklas Baf zu kompensieren, die durch die beiden sehr offensiven Außenspieler Maximilian Kadura links und Fatih Coban rechts unterstützt wurden. Die beste Gelegenheit hatte der FCM nach 21 Minuten: Zunächst parierte Nils Martens aber gegen Kadura und fuhr dann gegen Coban im letzten Moment noch den Fuß aus – eine bärenstarke Szene. Auf der anderen Seite vergab Evgenij Lakstankin ebenfalls eine gute Chance (29.).

Umstrittenes Handspiel kurz nach Wiederbeginn

Mani Mulai sprach hinterher davon, dass sehr viele Dinge gegen seine Mannschaft gelaufen seien. Er meinte damit den Platzverweis für Kim Völkel, aber auch eine Szene kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit. Da hatte der VfB Glück, dass er nicht in Unterzahl geriet: Yannick Kayma sah, dass er einen langen Ball auf Maximilian Kadura nicht aufhalten konnte und nahm die Hand zu Hilfe. Die Marler insistierten zwar, dass Kadura ganz alleine auf dem Weg zum Hülser Tor gewesen wäre, wenn Kayma die Richtung des Balles nicht regelwidrig mit der Hand verändert hätte, Masoud Hassan Khamo zückte aber nur die Gelbe Karte für Kayma. So war der noch bis in die Nachspielzeit auf dem Platz. Als der Schiedsrichter nach insgesamt 97 Minuten abpfiff, feierten die Gäste mit dem Ruf „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“. „Die Jungs haben sich das verdient“, freute sich VfB-Trainer Elvir Saracavic.