Fußball

Nachschlag für TuS 05 Sinsen: Grieß stürmt für VfB Bottrop

Das Theater um den Wechsel von Mirko Grieß vom TuS 05 Sinsen zum VfB Bottrop hatte das Zeug, weiter für Zoff oder gute Unterhaltung zu sorgen. Je nach Standpunkt. Jetzt gibt es eine Wende.
Freie Bahn für Mirko Grieß: Der ehemalige Sinsener (Mitte) kann ab sofort befreit für den VfB Bottrop aufspielen. © Thomas Braucks

Ob es daran lag, dass der TuS 05 den Druck zuletzt deutlich erhöht hatte? Mirko Grieß, in der vergangenen kurzen Saison bester Angreifer des Vereins, hatte seinen Vertrag beim Westfalenligisten Ende August aufgelöst, um – so der TuS 05 Sinsen – zum A-Kreisligisten VfL Grafenwald zu wechseln. Dann aber lief der Spieler für den VfB Bottrop in der Bezirksliga 8 Niederrhein auf. Die „05er“ fühlten sich ausgetrickst wie ein Rentner von einem windigen Vertreter an der Haustür und erstatteten Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Essen.

Grieß kickt für Bottrop – mit Sinsener Segen

Das hat sich offenbar ausgezahlt. Vier Tage vor dem zweiten Heimspiel gegen den VfB Fichte Bielefeld am kommenden Sonntag (15 Uhr) ist das Wechseltheater um Mirko Grieß beendet. Der 32-Jährige Angreifer spielt in weiter für den Niederrhein-Bezirksligisten VfB Bottrop – mit dem Segen des TuS 05 Sinsen.

Darauf haben sich Geschäftsstellenleiter Marcus Voigt und der Vorsitzende des Bottroper Klubs, Gündüz Tubay, geeinigt.

„Dabei wurde uns noch einmal versichert, dass der VfB Bottrop mit dem angeblichen Wechsel nach Grafenwald nichts zu tun hat. Es war ein konstruktiver, angenehmer Austausch“, sagt Voigt. Zu der Einschätzung dürfte maßgeblich beigetragen haben, dass die Bottroper dem TuS 05 Sinsen finanziell entgegenkommen.

Stillschweigen über die Höhe der Entschädigung

Zur angeblichen Ablöse des VfL Grafenwald soll der Westfalenligist einen Nachschlag erhalten. In welcher Höhe? Marcus Voigt: „Darüber haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Was ich sagen kann: Die Sache ist für den TuS 05 Sinsen damit erledigt, auch wenn die Geschichte einen schalen Beigeschmack hat.“

Zur Orientierung ein Blick in die Spielordnung des Westdeutschen Fußball-Verbandes (WDFV): Die sieht bei einem Wechsel zu einem Bezirksligisten eine Summe von 500 Euro Ablöse vor – wenn der Spieler von einem unterklassigen Verein kommt. Bei einem Wechsel aus der Westfalenliga spielt auch die für die siebte Liga festgesetzte Ablöse eine Rolle: 1500 Euro. Laut Spielordnung errechnet sich die Entschädigung in diesem Fall aus dem Mittelwert beider Beträge – falls die Vereine nichts anderes vereinbart haben. So oder so: Im Fall Grieß dürfte die Ablöse im vierstelligen Bereich liegen.

Kein Interesse an einem juristischen Nachspiel

Bei der Staatsanwaltschaft Essen hat der TuS 05 Sinsen inzwischen erklärt, dass der Verein an der Verfolgung der Anzeige kein Interesse mehr habe. Die hat ohnehin Wichtigeres zu tun, als sich mit der Wechselposse Marl – Grafenwald – Bottrop zu befassen.