Zocken unter der Sonne

Codename Duett, Gold und Spicy: Acht entspannte Spiele für den Urlaub im Test

In der Urlaubszeit lässt der Boom der Brettspiele nicht nach. Für die Reisetasche bieten sich besonders kleine und nicht allzu schwierige Spiele an. Eine Auswahl, mit der man punkten kann.
Beim Spiel «Spicy» müssen die Karten in drei Gewürzfarben (Chili, Wasabi und Pfeffer) mit den Werten eins bis zehn aufsteigend verdeckt abgelegt werden. Dabei wird gelogen und geblufft. © picture alliance/dpa/Heidelbär Games

Sommer, Sonne und einfach mal die Seele baumeln lassen: Im Urlaub ist Erholung und Entspannung angesagt. Dabei dürfen natürlich auch Brettspiele für den lockeren Zeitvertreib im Reisegepäck nicht fehlen. Die Spiele sollten für den Koffer eher klein und in der heißen Jahreszeit vielleicht auch nicht zu anspruchsvoll sein. Wenn sie dann noch ein bisschen Urlaubsflair versprühen, umso besser. Acht Brettspiele die gut für den Urlaub geeignet sind:

1. „Codenames Duett“

Die Variante des beliebten „Spiel des Jahres“ von 2016 macht das Wort-Assoziationsspiel mit Agenten-Thema nun kooperativ. Ziel ist es, den Mitspieler auf bestimmte ausliegende Begriffe nur mit einem Wort und einer Zahl hinzuweisen.

Das Spiel «Codenames Duett» kann zu zweit oder in zwei kleinen Teams gespielt werden. Mitspieler werden nur mit einem Wort oder einer Zahl auf einen Begriff hingewiesen.
Das Spiel «Codenames Duett» kann zu zweit oder in zwei kleinen Teams gespielt werden. Mitspieler werden nur mit einem Wort oder einer Zahl auf einen Begriff hingewiesen. © picture alliance/dpa/dpa-tmn © picture alliance/dpa/dpa-tmn

Im Gegensatz zum Original gibt es nun quasi keine Wartezeit mehr, bis man wieder dran ist. Eigentlich für zwei Spieler konzipiert, aber es ist auch in zwei kleinen Teams spielbar.

2. „Das perfekte Wort“

In nur einer Minute ein Wort bilden, wenn nur der Anfangsbuchstabe und die maximale Länge vorgegeben ist? Eigentlich kein Problem. Aber um richtig Punkte abzusahnen, gilt es noch, möglichst Umlaute oder bestimmte Konsonanten als Erster einzubauen, die maximale Länge genau auszureizen und am besten noch die auf dem mitgelieferten Block aufgedruckten Buchstaben zu nutzen.

Wenn es um «Das perfekte Wort» geht, haben nicht nur Scrabble-Fans Spaß. Vorgegeben ist der Anfangsbuchstabe und die maximale Länge. Aber um Punkte abzusahnen, muss man als Erster möglichst bestimmte Umlaute oder Konsonanten einbauen.
Wenn es um «Das perfekte Wort» geht, haben nicht nur Scrabble-Fans Spaß. Vorgegeben ist der Anfangsbuchstabe und die maximale Länge. Aber um Punkte abzusahnen, muss man als Erster möglichst bestimmte Umlaute oder Konsonanten einbauen. © picture alliance/dpa/dpa-tmn © picture alliance/dpa/dpa-tmn

Zudem sind bei jedem neuen Spiel die Vokale unterschiedlich viel wert. Nicht nur für Scrabble-Fans einen Blick wert.

3. „Fantastische Reiche“

Durch geschicktes Kombinieren von jeweils sieben Karten bauen alle ihr Königreich, das die meisten Punkte bringt. Bestimmte Schlüsselwörter ergänzen sich, blockieren andere Karten oder geben sogar Minuspunkte.

Beim Spiel «Fantastische Reiche» muss durch geschicktes Kombinieren von jeweils sieben Karten ein Königreich errichtet werden, das die meisten Punkte bringt.
Beim Spiel «Fantastische Reiche» muss durch geschicktes Kombinieren von jeweils sieben Karten ein Königreich errichtet werden, das die meisten Punkte bringt. © picture alliance/dpa/dpa-tmn © picture alliance/dpa/dpa-tmn

Der Grundmechanismus ist simpel (eine Karte nehmen, eine ablegen), die Suche nach der optimalen Hand durchaus komplex. Optisch besticht das Spiel mit seinem Fantasy-Thema. Eine hilfreiche App nimmt einem das Punktezählen ab.

4. „Frantic“

Wer sich nicht auch mal gerne ärgert, ist hier falsch. Frantic ist Uno auf Speed. Reihum werden Karten ausgespielt, Farbe auf Farbe, Zahl auf Zahl. Mal müssen Karten genommen oder getauscht werden, Attacken können gekontert werden.

Das Spiel «Frantic» erinnert an «Uno» - aber mit viel mehr Ärger-Faktor. Bei zufällig gezogenen Ereigniskarten muss man schon mal so viele Karten ziehen, wie der Mitspieler mit den meisten auf der Hand hat.
Das Spiel «Frantic» erinnert an «Uno» – aber mit viel mehr Ärger-Faktor. Bei zufällig gezogenen Ereigniskarten muss man schon mal so viele Karten ziehen, wie der Mitspieler mit den meisten auf der Hand hat. © picture alliance/dpa/Game Factory © picture alliance/dpa/Game Factory

Klingt gewöhnlich, zufällig gezogene Ereigniskarten sorgen aber für das unberechenbare Element. Zwei Beispiele: „Doomsday“ – die Runde endet sofort; „Communism“ – jeder zieht auf so viele Karten, wie der Mitspielende mit den meisten hat. Mit Erweiterungen wird der Wahnsinn immer weiter getrieben.

5. „Ganz schön clever“

Ein klassischer Vertreter des sogenannten Roll&Write-Genres. Es wird also erst gewürfelt, in diesem Fall mit fünf unterschiedlich farbigen und einem weißen Würfel, und dann auf einem Block das Bestmögliche eingetragen. Dabei gibt es für jede Würfelfarbe einen Bereich, der nach eigenen Regeln funktioniert, und der weiße Würfel kann als Joker genutzt werden.

„Ganz schön clever“ kostet etwa 10 Euro und macht der ganzen Familie Spaß.
„Ganz schön clever“ kostet etwa 10 Euro und macht der ganzen Familie Spaß. © picture alliance/dpa/Schmidt Spiele © picture alliance/dpa/Schmidt Spiele

Am Ende einer Runde werden drei nicht genutzte Würfel für die anderen zum Eintragen auf einem Silbertablett serviert. Die höchste Gesamtpunktzahl führt am Ende zum Sieg. Das Spiel ist so beliebt, dass es bereits weitere Blöcke mit Varianten und auch zwei Nachfolgespiele („Doppelt so clever“ und „Clever hoch drei“) gibt. Zu empfehlen ist auch die App, bei der solo der Highscore gejagt wird.

6. „Gold“

Allein schon die sehr kleine Metall-Box ist perfekt zum Mitnehmen geeignet. Passt sie doch tatsächlich mühelos in jede Hosen-, nein, sogar Hemdtasche. Das Spiel des bekannten Autors Reiner Knizia erinnert an Memory, wandelt den Klassiker aber unterhaltsam ab.

Das Spiel «Gold» wandelt Memory unterhaltsam ab - allerdings mit mehr Glücks- und Ärgerfaktor. Thematisch ist es in der Goldgräberzeit angesiedelt. Doch Goldmünzen sammeln kann nur der, der einen eigenen Goldgräber aufdeckt.
Das Spiel «Gold» wandelt Memory unterhaltsam ab – allerdings mit mehr Glücks- und Ärgerfaktor. Thematisch ist es in der Goldgräberzeit angesiedelt. Doch Goldmünzen sammeln kann nur der, der einen eigenen Goldgräber aufdeckt. © picture alliance/dpa/dpa-tmn © picture alliance/dpa/dpa-tmn

Thematisch in der Goldgräberzeit angesiedelt, gilt es, die meisten Goldmünzen zu sammeln. Diese bekommt man nur, wenn gleichzeitig ein eigener Goldgräber aufgedeckt wird, der mindestens die Wertigkeit hat wie die Münze. Aber Achtung: Irgendwo ist auch Dynamit versteckt, das zu einer Explosion führt! Ein flottes Spiel mit durchaus hohem Glücks- und nicht zu unterschätzendem Ärgerfaktor.

7. „Remember our Trip“

Vergleichsweise viel Material findet sich in der kompakten Schachtel, sodass das Spiel im etwas größeren Gepäck auch urlaubstauglich ist. Thematisch geht es nach Asien – in Tokio und Singapur wird versucht, einzelne Plättchen auf einem eigenen Tableau zu zusammenhängenden Flächen zusammenzulegen. Erinnerungskarten geben vor, wie die Teile platziert werden können.

Das Spiel „Remember our Trip“ hat eine urlaubsgerechte Verpackung und macht Spaß.
Das Spiel „Remember our Trip“ hat eine urlaubsgerechte Verpackung und macht Spaß. © picture alliance/dpa/dlp Games © picture alliance/dpa/dlp Games

Die Spielenden puzzeln dabei nicht solitär vor sich hin: Fertige Bauwerke werden auf einem gemeinsamen Stadtplan gewertet. Auch wenn das Thema der Erinnerungen an einen Urlaub etwas aufgesetzt wirkt und die Anleitung nicht sofort alle Fragen beantwortet, ergeben sich durch die hohe Interaktion immer wieder neue Anreize.

8. „Spicy“

Wer kennt nicht das klassische Kneipen-Würfelspiel „Mäxchen“ oder „Meiern“, wo ein Gebot des vorherigen Spielers immer überboten oder gelogen werden muss? „Spicy“ transformiert dieses Prinzip in ein scharfes Bluff-Karten-Spiel. In den drei Gewürzrichtungen (Farben) Chili, Wasabi und Pfeffer müssen Karten mit den Werten eins bis zehn aufsteigend verdeckt abgelegt werden. Dabei darf kräftig gelogen werden.

Der Clou: Wird eine Aussage angezweifelt, muss der Zweifelnde auch sagen, was falsch ist: Gewürz oder Zahl. Da können am Tisch schnell die Emotionen hochkochen. Die mit Gold-Folie beschichteten Karten in Tiger-Optik sind ein echter Hingucker.

dpa

urn:newsml:dpa.com:20090101:210702-99-232646/3

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